
1007 | Agenten-Tools der Woche
Show notes
Von Kanban-Boards für Coding-Agenten über Git-Hosting mit signiertem Beleg bis zu Agenten, die Rechner und iPhones steuern – ein Schnelldurchlauf durch die neuesten Entwickler- und Agent-Tools, mit Blick auf Kostenkontrolle, lokale Verarbeitung und KI im Vertrieb.
Zeitleiste
- 00:00:04 Einleitung
- 00:00:30 Coding-Agent-Workflows mit eigenem Abo
- 00:02:07 Agenten-Ergebnisse prüfbar machen
- 00:03:30 Kostenkontrolle und Sicherheit bei Agenten
- 00:05:22 Agenten steuern Rechner und iPhone
- 00:06:45 KI-Werkzeuge lokal halten
- 00:07:59 KI-Reviewer für Pull Requests
- 00:08:57 KI-Agenten im Vertrieb und Support
- 00:10:07 Produktivität am Mac
- 00:11:11 Eigene KI-Modelle und KI-Sichtbarkeit
- 00:12:20 Lernen und Support-Automation
- 00:13:44 Android, Schreiben und Alltagshilfen
- 00:14:51 Abschluss
Weitere Links
- GeckIt
- Appto
- Brnch
- OrgComputers
- AUDR by Chargebee
- mcpgawk
- Aster by AsterWise
- Pheebs
- Incredible
- iphone-use
- Scumble
- NoteWorthy
- OpenBot
- Review
- CodeCrab
- Extrovert
- Fuse AI
- Customer Service AI for Etsy
- Chunk
- Awakado
- Haptiker
- Ranktune
- StayCharted
- Kishi Notch
- Coddy
- Cosmic AI Support Agent
- The Sentient World
- Doco
- Willow Knowledge
- Ghostifier
Diese Folge wurde von Bri produziert. Bri nutzt fortschrittliche KI-Technologie, um die Feeds, die dir wichtig sind, in Podcasts zum Zuhören zu verwandeln. Kontakt: hi@bri.so.
Transcript
Lena Vogel: Herzlich willkommen zum heutigen Produkt-Briefing, ich bin Lena Vogel.
Felix Hartmann: Und ich Felix Hartmann. Wir schauen uns heute die frischen Launches an, und das verbindende Thema ist ziemlich offensichtlich: KI-Agenten sind überall. Sie laufen Coding-Sessions, sie fusionieren Code, sie steuern Rechner und Handys, und allmählich auch den Vertrieb. Und spannend ist: Es geht dabei immer wieder um zwei Fragen, nämlich wer zahlt das eigentlich, und wer kontrolliert das Ganze.
Lena Vogel: Genau, und da fangen wir am besten ganz klassisch an, beim Coding. GeckIt ist ein Kanban-Board für Claude Code und Codex Sessions. Kostenlos, open source, und der Clou: Es nutzt das eigene Abo, man braucht keinen API-Key.
Felix Hartmann: Das ist ein Muster, das uns heute noch öfter begegnet. Statt einen eigenen Service mit eigenem Billing zu bauen, sagen diese Tools: Bring dein bestehendes Abo mit, wir liefern nur die Oberfläche drumherum. Bei GeckIt ist die Oberfläche ein Kanban-Board, also genau die Art von Übersicht, die man braucht, wenn man mehrere Agenten-Session gleichzeitig laufen lässt und irgendwann den Überblick verliert, was gerade wo passiert.
Lena Vogel: Wenn das "eigene Abo"-Modell so weiter wächst, bleibt trotzdem eine offene Frage: Wie nachhaltig ist das für die Tool-Anbieter selbst? Sie verdienen nichts an den API-Kosten, die laufen an Anthropic oder OpenAI. Sie leben allein davon, dass die Oberfläche gut genug ist. Das kann funktionieren, ist aber ein schmaler Grat.
Felix Hartmann: Und es gibt eine Steigerung davon. Appto nennt sich eine iOS-App-Fabrik auf dem Mac. Laut Beschreibung nutzt es ebenfalls das eigene Claude-Code- oder Codex-Abo, soll Nischen finden, Apps designen, programmieren und dann zu Apple einreichen. Der Autor sagt, er habe damit zehn Apps geschickt. Das ist eine Herkunftsangabe des Makers, keine unabhängig geprüfte Zahl, aber sie zeigt zumindest, dass jemand das ernsthaft als Pipeline benutzt.
Lena Vogel: Das ist eine ganz andere Vorstellung von Arbeit: nicht eine App bauen, sondern die Fabrik bauen, die Apps baut. Wer damit spielt, sollte im Kopf behalten, dass alle Aussagen dazu natürlich Marketing-Sätze vom Launch-Tag sind.
Felix Hartmann: Wo man Agenten laufen lässt, stellt sich bald die nächste Frage: Was kommt da eigentlich raus, und kann man das glauben? Genau da setzen zwei Produkte an. Brnch ist ein Git-Hosting, bei dem jeder Agent eine eigene Identität bekommt. Und das eigentliche Feature: Du kannst das exakte Fusionsergebnis prüfen, mit einem signierten Beleg.
Lena Vogel: Das ist ein wichtiger Punkt. Wenn ein Agent eine Änderung zusammenführt, will man hinterher beweisen können: Das war genau dieser Stand, und es war genau dieser Agent. Ein signierter Beleg macht das Ergebnis überprüfbar, statt es nur zu behaupten. Mit eigener Agent-Identität im Hosting wird der Weg vom Auftrag bis zur Änderung nachvollziehbar.
Felix Hartmann: Und es geht noch einen Schritt weiter Richtung Team. OrgComputers ist ein geteilter Workspace für KI-Agenten, also Claude Code, Cursor, Codex, und zwar über MCP. Der Gedanke: Agenten speichern Kontext dort und teilen ihn untereinander, mit Quellenangaben.
Lena Vogel: Das löst ein echtes Problem. Wenn jeder im Team seinen privaten Agenten betreibt, entsteht Wissen, das der Rest nie sieht. Ein gemeinsamer Kontext-Raum ist der Versuch, daraus eine geteilte Ressource zu machen. Was dabei offen bleibt: Ob sich das bei großen Teams durchsetzt. Kontext ist heikel, und dass eine ganze Gruppe ihn über einen geteilten Layer legt, ist eine Verhaltensänderung, die man nicht einfach anordnen kann.
Felix Hartmann: Bleiben wir bei dem Gedanken: Wenn Agenten laufen, will man sie kontrollieren können. Und hier wird es konkret unbequem, denn drei Produkte widmen sich genau den Schattenseiten. Zuerst die Kosten: AUDR ist ein offener Standard von Chargebee, angelehnt an das CDR-Format, mit einem JSON-Schema, das festhält, wer einen Agenten-Run gestartet hat und was er gekostet hat.
Lena Vogel: Ein Standard ist hier kluger Zug. Einzelne Dashboards helfen wenig, wenn jedes Tool sein eigenes Format schreibt. Wenn aber alle Events nach demselben Schema geloggt werden, kann man sie quer auswerten. Chargebee kommt aus dem Billing, das Merken hat man ihnen zugetraut.
Felix Hartmann: Die zweite Baustelle ist die Sicherheit. mcpgawk stoppt Aufrufe an MCP-Server, die sich nach der Freigabe verändern. Lokal und gratis, ein Gateway kostet 29 Pfund im Monat.
Lena Vogel: Das ist ein Angriffsszenario, das man leicht übersieht: Du prüfst einen MCP-Server, gibst ihn frei, und eine Woche später liefert er plötzlich anderen Code. mcpgawk bewacht genau diese Lücke, dass die Freigabe nur für den geprüften Zustand gilt. Dass es lokal läuft, ist konsequent, denn man will ja nicht den Wachhund durch die Tür schicken, die er bewachen soll.
Felix Hartmann: Und drittens die Laufkosten im Alltag. Aster macht intelligentes Routing von Modellen, mit aster-code und aster-work, dazu Prepaid-Bezahlung und eine Kostenanalyse pro Turn. Du siehst also pro einzelnen Agentenschritt, was er verbraucht hat.
Lena Vogel: Prepaid ist dabei auch eine psychologische Schwelle. Wer sein Guthaben nachfüllen muss, schaut anders auf Agenten-Runs hin als bei einem Pauschaltarif. Ergänzend passt hier Phebes rein: eine open-source-Telemetrie für den Einsatz von Coding-Agenten wie Claude Code, Cursor und Codex, per Hooks. Wichtig ist der Zusatz: Es erfasst nur die Form, nicht den Inhalt. Also Nutzungsmuster, aber keinen Code. Das ist eine kluge Linie zwischen Einblick und Überwachung.
Felix Hartmann: Damit ist das Kontroll-Trio komplett: wer hat es gestartet, was hat es gekostet, und verhält es sich noch so wie freigegeben. Nun zum etwas Größeren, nämlich dass Agenten nicht mehr nur Code schreiben, sondern direkt am Gerät arbeiten. Incredible ist ein Assistent, der per Stimme den Computer bedient, den Bildschirm sieht und in deinen Apps selbst handelt. Es gibt ihn für Mac und Windows.
Lena Vogel: Das ist der Schritt vom Assistenten, der antwortet, zum Assistenten, der klickt. Man sagt, was passieren soll, er sieht die Oberfläche und führt es aus. Und dann iphone-use: open source unter MIT-Lizenz, damit KI-Agenten ein echtes iPhone steuern, über WebDriverAgent, mit einem MCP, das 21 Tools bereitstellt.
Felix Hartmann: 21 Tools, das ist eine beachtliche Fläche. Telefon, Apps, Zustand des Geräts. Wenn Agenten mit einem realen Telefon arbeiten können, dann wird das iPhone in Agenten-Workflows eingebunden, statt es nur als Anzeige zu nutzen. Wir benutzen unser Handy als Steuerpult für den Agenten.
Lena Vogel: Bei beiden bleibt dasselbe offen: Berechtigungen und Datenschutz. Ein Agent, der den Bildschirm sieht und in Apps handelt, sieht alles, was du siehst. Und ein Agent mit 21 Tools auf deinem Telefon hat mehr Zugriff als viele Cloud-Dienste je hatten. Diese Fragen sind im Launch-Material nicht beantwortet, und sie werden den Markt entscheiden.
Felix Hartmann: Ein Gegenentwurf zu dieser Cloud-Orientierung ist das nächste Thema: KI-Werkzeuge lokal halten. Scummy ist ein open-source-Inpainting-Editor unter GPL-3.0. Ergebnisse landen als Ebenen, also als Layers, und du bringst dein eigenes ComfyUI oder deine eigenen API-Keys mit.
Lena Vogel: Das Ebenen-Modell ist für Bildarbeit wichtig, weil man so Teilergebnisse weiterbearbeiten kann, statt sich auf ein einziges fertiges Bild zu versteifen. Und der Punkt "eigene Keys, eigene Infrastruktur" zieht sich weiter: NoteWorthy macht KI-Notizen komplett auf dem Gerät, auf iPhone, iPad und Mac, mit automatischen Titeln, Zusammenfassungen und Sortierung. Ohne Konto, ohne Server, gratis.
Felix Hartmann: Und OpenBot versteht sich als open-source, lokale Alternative zu einem Bot-Dienst wie Grok Bot. KI-Agenten laufen auf deinem eigenen PC, und du kannst deine bestehenden Pläne nutzen, also Claude, ChatGPT, Grok, dazu gibt es einen Mehrspieler-Modus.
Lena Vogel: Man sieht ein Muster: Keiner dieser Anbieter ersetzt die Modelle, aber alle verlagern die Kontrolle zurück, auf dein Gerät, in deine Keys, unter deine GPL- oder MIT-Lizenz. Datenschutz ist der Antrieb, nicht Mangel an Modellen.
Felix Hartmann: In einem verwandten Feld, der Code-Review, zeigt sich derselbe Konflikt. Review ist eine open-source-Desktop-App unter MIT-Lizenz für Git- und GitHub-Reviews, bei der man sich eigene Teams aus KI-Revisoren zusammenstellt, mit OpenAI, Anthropic oder Ollama. Also ein Team von Revisoren, das man selbst zusammenbaut, statt eines zentralen Review-Dienstes.
Lena Vogel: Und CodeCrab geht noch weiter: ein 100-prozentig lokaler Pull-Request-Revisor auf dem Desktop, der das Claude-Code-Abo wiederverwendet, Revisionen parallel ausführt und ohne Upload des Codes arbeitet. Für Firmen, bei denen Quellcode das Hausheiligste ist, ist "kein Upload" oft das entscheidende Kaufargument, mehr noch als die Review-Qualität selbst.
Lena Vogel: Was dabei offen bleibt, ist die Tiefe der Reviews: Ein lokaler Revisor sieht alles, aber ob er es auch wirklich gründlich versteht, ist eine andere Frage, die man erst im eigenen Repo beantworten kann.
Felix Hartmann: Damit vom Code weg in ein anderes Betätigungsfeld, den Vertrieb. Extrovert macht LinkedIn-Prospektion mit Agenten, auf Basis von Claude und ChatGPT. Die Agenten suchen Leads und schreiben Entwürfe in deiner Stimme, und der Mensch prüft am Ende.
Lena Vogel: Das ist ein bewusstes Design: Der Agent macht die Fleißarbeit und den ersten Entwurf, die finale Sendung geht aber durch menschliche Prüfung. Gerade bei persönlichem Outreach ist das vernünftig, denn ein Agent, der selbstständig Nachrichten verschickt, kann schnell unangenehm falsch klingen.
Felix Hartmann: Und Fuse AI geht es breiter: Ein SDK und MCP für den gesamten GTM-Stack, also Enrichment, multikanalen Outreach, Workflows und Agenten, mit YC im Rücken. Die Verheißung ist eine einzige Schnittstelle für alles, was früher aus Einzelwerkzeugen bestand.
Lena Vogel: Der Unterschied ist aufschlussreich. Extrovert tut eine Sache, LinkedIn-Prospektion, gut. Fuse will die ganze Pipeline abdecken. Beide brauchen dieselbe Kontrolle, nämlich dass am Ende ein Mensch gegenliest. Interessant ist auch, dass sogar der Etsy-Kundensupport mitgedacht wurde: Eine Browser-Erweiterung schreibt Antworten an Käufer mit der Stimme des Shops und den Bestelldetails. Auch hier gilt: nichts geht allein raus.
Felix Hartmann: Da kommen wir zu den kleinen Helfern am Arbeitsplatz, und die sind interessanterweise agenten-bewusst geworden. Chunk ist eine Time-Blocking-App für macOS, synchronisiert mit Google, Outlook und Apple Kalender, und hat ein lokales MCP für Claude. 29,99 Dollar, einmalig.
Lena Vogel: Der interessante Teil ist das lokale MCP: Der Kalender ist damit nicht nur ein Kalender, sondern etwas, das Claude auslesen und nutzen kann. Das Termin-Utility wird zur Datenquelle für den Agenten. Und dann Awakado, eine macOS-Menü-App, die den Mac wachhält, solange Agenten arbeiten. Pro kostet 9,99 Dollar einmalig, für drei Macs.
Felix Hartmann: Das ist fast ein eigener Genre. Der Mac fällt in Schlaf, aber dein Agent läuft noch, also braucht es ein Tool, das den Rechner wach hält. Das zeigt, wie sehr Agenten inzwischen im Alltag sitzen, dass selbst der Energie-Sparmodus zum Problem wird. Und als kleines NW-Gadget Haptiker: Es macht die Ränder des Mac-Trackpads zu Schiebereglern für Lautstärke, Helligkeit und Tastaturbeleuchtung. 4,99 Dollar einmalig.
Lena Vogel: Nun zu einem anderen Interessengebiet, aber es passt zum Thema: Man will ja auch sichtbar sein. Ranktune misst, wie sichtbar eine Marke in KI-Antworten ist, also in ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity, dazu Zitate und Traffic, und verbindet die Sichtbarkeit tatsächlich mit dem Website-Traffic.
Felix Hartmann: Das ist praktisch das neue SEO: Wenn Menschen Fragen an einen Bot statt an eine Suchmaschine richten, will man wissen, ob man dort vorkommt. Und Ranktune macht den Schritt weiter, nicht nur Sichtbarkeit zu zählen, sondern sie mit echtem Traffic in Beziehung zu setzen. Das ist der Teil, der über Dashboards hinausgeht.
Lena Vogel: Auf der anderen Seite bleibt es bei den eigenen Modellen. StayCharted trainiert KI-Klassifikationsmodelle mit deinen eigenen Beispielen, Text oder Bilder, ganz ohne Code. Es gibt eine Review-Warteschlange, und sensible Daten werden maskiert.
Felix Hartmann: Das Maskieren ist der unterschätzte Teil. Wenn eigene Daten ins Training gehen, ist die Maskierung die Voraussetzung dafür, dass man es überhaupt verantworten kann. Und als kleine Randnotiz: Kishi Notch macht aus der Kerbe des MacBooks eine interaktive Insel, für Antworten, Meetings, Musik und Timer. Einmal 19,99.
Lena Vogel: Nun zum Alltag, aber wir bleiben bei der Sache. Coddy ist eine App, um Code zu lernen, in mehr als 20 Sprachen, mit kurzen Lektionen und einem KI-Tutor namens Bugsy. Laut eigenen Angaben über 5 Millionen Nutzer, für Product Hunt gibt es 50 Prozent Rabatt. Beides sind Maker-Angaben, keine geprüften Zahlen.
Felix Hartmann: Der KI-Tutor als Figur ist ein bewährtes Format, weil Lernen Feedback braucht, und ein Bot, der jederzeit fragen beantwortet, ist dafür gut geeignet. Und im Bereich der einfachen Automation: Der Cosmic AI Support Agent läuft mit einem einzigen Skript, das aus dem veröffentlichten Inhalt einer Website antwortet und sich mit ihr zusammen aktualisiert.
Lena Vogel: Das ist ein schlaues einfaches Prinzip: Der Wissensstand des Agents ist gekoppelt an den Wissensstand der Website. Wenn du die Seite änderst, ändert sich der Bot. Für kleine Betriebe ist das eine niederschwellige Form der Support-Automatisierung, ohne eigene Wissensdatenbank zu pflegen. Und dazwischen passt noch die skurrilste Notiz des Tages: Eine Insel voller KI-Charaktere, die allein leben, Dinge von der Welt erbitten wie Feuer oder ein Kanu.
Lena Vogel: 24 Minuten entsprechen einem Tag dort, das Projekt läuft angeblich über 1000 Tage, und man kann nur zuschauen.
Felix Hartmann: Ein reines Beobachtungsprojekt, also ein Experiment statt ein Werkzeug. Spannend, weil man so bei KI-Charakteren zusehen kann, wie sie langfristig agieren, wenn nichts sie lenkt.
Lena Vogel: Wir bleiben im Alltag, aber jetzt konkret zu Hause. Doco ist ein Android-Maskottchen für Fokus und Musik über Spotify, mit einem sarkastischen "Enfoco"-Modus, du bringst deinen eigenen Gemini-Key mit, und es ist noch im Pre-Launch.
Felix Hartmann: Sarkastisch ist ein Mut zur Persönlichkeit, das ist eher der Unterschied zu einem schlichten Timer. Willow Knowledge löst ein anderes Alltagsproblem: Es importiert deinen Schreibstil und deinen Kontext aus ChatGPT, Claude und Gemini hinein in Willow Scribe. Also man hält die Anerkennung seines Stils nicht bei einem Anbieter, sondern bringt ihn mit.
Lena Vogel: Das ist wie bei GeckIt und OpenBot, man bringt sein eigenes Abo und seinen eigenen Kontext mit. Ghostifier ist dabei das datenschutzfreundlichste von allen: Es findet Firmen, die deine Daten haben, anhand der Header in Gmail, hilft beim Löschen der Abonnements und beim Beantragen der Löschung. Ohne KI, ohne den Inhalt der Mails zu lesen.
Felix Hartmann: Das ist bemerkenswert: Bei all den KI-Tools ist hier eines, das bewusst ohne KI arbeitet, weil die Header-Daten dafür reichen. Man liest die Absender-Infrastruktur, nicht die Nachricht. Das ist eine schöne Erinnerung daran, dass KI nicht immer die Antwort ist.
Lena Vogel: Wenn wir das Ganze rückblickend anschauen, dann zieht sich heute ein roter Faden: Agenten laufen überall, aber die interessanten Produkte sind nicht die Agenten selbst, sondern alles drumherum. Kanban-Boards wie GeckIt, Identitäten wie bei Brnch, Kostenstandards wie AUDR, Wachhunde wie mcpgawk.
Felix Hartmann: Und auf der anderen Seite Agenten, die direkt auf unsere Geräte zugreifen, also Incredible oder iphone-use, und daneben eine wachsende Bewegung zurück zur Lokalität, mit Scummy, NoteWorthy, OpenBot und CodeCrab.
Lena Vogel: Die offenen Fragen, die uns am meisten beschäftigen: Wie nachhaltig ist das Modell "eigene Abo, kein API-Key" für die Tools selbst, und wie weit werden Berechtigungen und Datenschutz bei Agenten mit direktem Gerätezugriff gelöst, oder eben nicht gelöst?
Felix Hartmann: Das waren heute die Launches aus den letzten 24 Stunden, gebündelt auf einen Blick. Danke, dass du dabei warst, und bis zum nächsten Briefing.
Lena Vogel: Bis dann, hör rein, wenn wieder neue Tools starten.