
0930 | Tool-Wahnsinn: KI-Agenten, Mac-Apps und Business-Automatisierung
Show notes
Diese Folge blickt auf eine Woche voller neuer Tools: KI-Agenten, die Videos schneiden, Meetings protokollieren und Macs aufräumen, dazu neue Modelle, Mac-Apps für den Alltag, Business-Automatisierung und ein paar spellbound kleine Projekte für Konsumenten. Wir sortieren, was spannend ist – und wofür man wirklich zahlen würde.
Zeitleiste
- 00:00:04 Einleitung
- 00:00:37 KI-Agenten, die real arbeiten
- 00:04:14 Mac als Zentrale: lokale Tools im Aufwind
- 00:08:13 Smart Home ohne Cloud-Zwang
- 00:09:19 Business & GTM: KI in Verkauf und Finanzen
- 00:12:22 Forschung mit Belegpflicht
- 00:13:08 Modell-Zugang & Agenten-Vertrauen
- 00:14:45 Kleine Projekte für den Alltag
- 00:16:22 Abschluss
Weitere Links
- Arsaze
- Claude Sonnet 5.5
- Timeless Code
- LUCI Desktop
- Codex Remote
- Szept
- Paste 7
- GroupShelf
- Declutr
- Ricly
- Flotnote
- GhostDeck
- Enter Space 7
- ShipHappens:
- Gladys Assistant 5
- Supertake
- Engine Room Media
- ZenABM
- ColdIQ x Slack
- Imejis.io
- Semos.ai Manager Agents
- Curie
- Hopscotch AI
- iFixAi
- Clink
- Pokébinder
- Would you pay?
Diese Folge wurde von Bri produziert. Bri nutzt fortschrittliche KI-Technologie, um die Feeds, die dir wichtig sind, in Podcasts zum Zuhören zu verwandeln. Kontakt: hi@bri.so.
Transcript
Lena Vogel: Hallo und willkommen zur Show, hier ist Lena Vogel.
Felix Hartmann: Und Felix Hartmann. Schön, dass ihr wieder da seid. Heute schauen wir uns an, was in den letzten 24 Stunden an neuen Produkten und Ankündigungen reingekommen ist – und wir haben uns eine kleine Auswahl rausgepickt, statt einfach alles herunterzuleiern.
Lena Vogel: Genau. Der rote Faden heute: Software, die real arbeitet. Agenten, die tatsächlich Dinge erledigen statt nur zu plaudern, lokale Tools auf dem Mac, Smart Home ohne Cloud-Zwang – und immer die Frage dahinter: Was kann das wirklich, und wofür gibt es noch keine Belege?
Felix Hartmann: Fangen wir mit dem Probably spannendsten Block an: KI-Agenten, die nicht nur Texte schreiben, sondern echte Arbeit machen. Und da gibt es eine Demonstration, die ziemlich Aufsehen gemacht hat.
Lena Vogel: Arsaze. Das ist ein Multi-Track-Video-Editor, der von einer KI über MCP bedient wird – MCP ist dieses Model Context Protocol, also die Schnittstelle, über die Agenten mit externen Tools sprechen können. Und in der Demo hat Claude eine Bearbeitung erledigt, für die normalerweise drei Stunden und zwölf Minuten nötig wären – in 23 Minuten.
Felix Hartmann: Das ist eine beachtliche Zahl, keine Frage. Aber ich will da gleich eine Stimme sein, die einlüdt, das mit Vorsicht zu genießen. Das ist eine Demo. Es ist eine Behauptung des Makers. Wir wissen nicht, wie komplex das Material war, wie viele Nacharbeiten nötig waren, ob das Ergebnis wirklich sendefertig war.
Lena Vogel: Und trotzdem – selbst wenn man einen ordentlichen Sicherheitsabschlag macht, ist die Richtung bemerkenswert. Ein Agent, der über MCP in einem Video-Editor arbeitet und eine Multi-Track-Bearbeitung durchzieht, das ist keine Zukunftsmusik mehr, das läuft offenbar schon.
Felix Hartmann: Und was die Agenten leistungsfähiger macht, ist die zweite Ankündigung in diesem Block: Claude Sonnet 5.5. Angekündigt als über 30 Prozent schneller als Sonnet 5 und bis zu 30 Prozent günstiger.
Lena Vogel: Und das steht nicht nur auf dem Papier – in Terminal-Bench 4.0 soll das Modell 70,6 Prozent erreichen. Das ist ein Benchmark, der Agenten-Arbeit im Terminal testet, also genau die Art von Arbeit, die Arsaze und Co. machen sollen. Schneller, billiger, besser in genau der Disziplin, die hier zählt.
Felix Hartmann: Wenn die Zahlen stimmen, senkt das die Hemmschwelle deutlich. Agenten, die über Stunden laufen, kosten Geld und Zeit – wenn beides fällt, werden solche Workflows für mehr Leute realistisch.
Lena Vogel: Aber Agenten brauchen auch Kontext. Und da gibt es zwei Werkzeuge, die genau an dieser Stelle ansetzen. Das erste ist Timeless – ein Meeting-Notiz-Taker, der direkt in Claude Code läuft.
Felix Hartmann: Das Besondere daran: Claude selbst macht das Setup. Und die Ergebnisseite reicht vom Transkript der Aufnahme bis zu Fragen und Antworten mit Zitaten aus der Aufnahme. Also nicht nur „es wurde ungefähr über Budget gesprochen“, sondern das tatsächliche Zitat, mit dem man es belegen kann.
Lena Vogel: Das zweite ist LUCI Desktop. Das ist ein Tool, das deinen Bildschirmverlauf und deine Protokolle lokal speichert und Agenten wie Claude Code über MCP dieses Gedächtnis zur Verfügung stellt.
Felix Hartmann: Das ist interessant, weil Agenten genau das oft fehlt: Wissen darüber, was du in den letzten Stunden gemacht hast. LUCI löst das, ohne dass die Daten in irgendeine Cloud gehen – lokal gespeichert, verfügbar für Mac und Windows, und kostenlos.
Lena Vogel: Schaut man sich den ganzen Block zusammen an, erkennt man ein Muster: MCP wird gewissermaßen zum Klebstoff. Arsaze koppelt Claude an einen Video-Editor, LUCI koppelt Claude an deinen Bildschirmverlauf, Timeless koppelt Claude an deine Meetings. Immer dieselbe Schnittstelle, immer der Agent bekommt Zugriff auf reale Arbeit.
Felix Hartmann: Die offene Frage, die sich mir aufdrängt: Wie zuverlässig ist das im Alltag, jenseits der Demo? Ein Video-Edit in 23 Minuten klingt großartig, aber der zweite und dritte Durchlauf mit echtem Kundenmaterial – da zeigt sich erst, ob das Produktionsreife hat oder nur eine sehenswerte Vorführung war.
Lena Vogel: Und genau dafür braucht es Übergänge. Agenten brauchen ja Zugang zu unserem Rechner, zu unseren Dateien, zu unserer Arbeitsumgebung. Und genau da schließen die nächsten Werkzeuge an – der Mac als Zentrale für lokale Tools.
Felix Hartmann: Da war einiges dabei, und zwar alles in eine ähnliche Richtung: weg vom Server, weg von der Cloud, hin zu Dingen, die auf dem Gerät passieren. Starten wir mit einer Ankündigung, die viele aufhorch lässt: Paste hat einen Intelligent Clipboard angekündigt, der auf Apple Intelligence setzt.
Lena Vogel: Die Idee ist eigentlich ziemlich offensichtlich, wenn man sie einmal hört: Die Zwischenablage soll aus deinem Arbeitskontext vorhersagen, was du als Nächstes einfügen willst. Und das geschieht privat auf dem Mac.
Felix Hartmann: Das klingt gut, aber es ist auch der Punkt, an dem ich am meisten skeptisch bin. Vorhersagen sind schwer. Wenn der Clipboard vorschlägt, was ich als Nächstes einfügen will – wie oft liegt er richtig, wie oft liegt er nervig daneben? Das ist die offene Frage, die keiner aus den Ankündigungen beantworten kann.
Lena Vogel: Richtig. Das ist eine Ankündigung, noch kein Praxisurteil. Ein anderes Kaliber ist GroupShelf: Ein Tool für 9,99 Dollar, das per Shift-Drag-Fenster von beliebigen Apps in einen Browser-artigen Tab umwandelt. Voraussetzung ist macOS 15 oder neuer.
Felix Hartmann: Das ist eine Kaufentscheidung, keine Ankündigung – du kannst es kaufen und selbst ausprobieren. Sehr anders ist auch Declutr: Es sortiert Mac-Ordner in einem Klick nach Dateityp, und zwar regelbasiert. Der Inhalt der Dateien wird nicht gelesen.
Lena Vogel: Das ist ein Detail, das ich gut finde: keine KI, die deine Dateien versteht, sondern simple Regeln. Plus einen Überwachungsordner und eine Rückgängig-Funktion, falls die Sortierung doch nicht gefällt. Die Pro-Version kostet einmalig 8,99 Dollar.
Felix Hartmann: Und Ricly geht noch einen Schritt weiter – es integriert 17 Dateiwerkzeuge direkt in das Finder-Kontextmenü. Große Dateien teilen, PDFs zusammenfügen, Hintergründe aus Bildern entfernen. Das alles soll auf dem Gerät passieren, nicht auf einem Server.
Lena Vogel: Das ist ein Trend, der sich hier wirklich abzeichnet: Der Mac wird zum Testfeld für lokale, private KI. Nicht nur Clipboard-Vorhersagen, sondern auch ganze Datei-Pipelines, die ohne Cloud laufen.
Felix Hartmann: Dann gibt es noch zwei kleinere Werkzeuge, die die Palette abrunden. Flotnote, für 4,99 Dollar einmalig, ist ein Markdown-Notiz-Werkzeug mit einem Floating-Fenster. Man startet es mit Cmd-Punkt sofort, und die .md-Dateien sind kompatibel mit Obsidian – das heißt, deine Notizen sind nicht in irgendeinem proprietären Format gefangen.
Lena Vogel: Und GhostDeck ist ein Offline-Musik-Player für den Mac, komplett mit klassischer Deck-Benutzeroberfläche, einem 10-Band-Equalizer und – das ist das überraschende Detail – Musik-verbunden Low-Poly-Welten. Das Ganze wiegt 12 Megabyte und ist komplett vom Netz abgeschnitten.
Felix Hartmann: Zwölf Megabyte, das ist fast schon nostalgisch. Und die Botschaft hinter dem Ganzen ist eigentlich dieselbe: Es geht auch klein, privat und ohne Cloud-Verbindung.
Lena Vogel: Und es geht auch ums Dateisystem selbst: Enter Space 7 macht rclone-Speicher auf Apple-Geräten nativ nutzbar. rclone unterstützt über 70 Speicheranbieter, und Enter Space 7 mountet die über FSKit direkt ins Dateisystem.
Felix Hartmann: Dazu kommen noch eine Foto-Timeline und eine Zeitpunkte-Wiederherstellung. Also du kannst auf alten Zustand eines Speichers zugreifen, was bei Cloud-Speichern oft gar nicht so einfach ist.
Lena Vogel: Eines dieser Tools, das auch in diesen Kontext passt, ist ShipHappens, ein ASO-Werkzeug für den Mac – also App Store Optimization. Es nutzt die Beliebtheitsdaten von Apple für Keywords, generiert Screenshots mit KI und übersetzt in 39 Sprachen auf einmal. Auch Review-Antworten werden unterstützt.
Felix Hartmann: Das passt thematisch in die lokale Mac-Runde, auch wenn es ein ganz anderes Problemfeld ist. Aber das Muster bleibt: Mac-Software, die etwas erledigt, das früher ein Web-Dienst war.
Lena Vogel: Und was diese ganze Mac-Runde so charmant macht, ist dass sie zeigt: Die lokale KI ist nicht nur ein Versprechen von Apple, sie kommt tatsächlich von kleinen Entwicklern, die ihre Tools ohne Cloud bauen. Bleiben wir kurz bei so einer privaten Umgebung – aber jetzt nicht am Arbeitsplatz, sondern zu Hause.
Felix Hartmann: Smart Home. Und da gibt es eine Version, die aufhorchen lässt: Gladys Assistant 5.
Lena Vogel: Das ist eine selbst gehostete Smart-Home-Basis, und die Neuerung in Version 5 ist, dass Zigbee, Z-Wave und Matter direkt eingebaut sind. Kein separates Gateway, kein Zusatzpaket. Dazu kommen 92 Integrationen.
Felix Hartmann: Und was viele Einsteiger abschreckt hat, war meist die Konfiguration. Gladys verspricht explizit: kein YAML. Das ist ein wichtiges Signal, denn YAML-Dateien zu pflegen war lange der Preis, den man für Selbsthosting zahlen musste.
Lena Vogel: Alles läuft lokal, keine Cloud-Zwang. Das heißt, deine Smart-Home-Daten verlassen das Haus nicht. Für Leute, die genau deshalb bisher zögerten, weil sie ihre Geräte nicht in die Cloud eines großen Anbieters legen wollten, ist das eine echte Alternative geworden.
Felix Hartmann: Die offene Frage bleibt allerdings: Wie stabil sind die Matter-Integrationen langfristig? Matter ist noch jung, und die Praxis zeigt oft, dass die Standard-Implementierung nicht alles abdeckt, was die Geräte theoretisch können. Da wird man sehen müssen, wie sich das über Monate entwickelt.
Lena Vogel: Und jetzt ein Sprung – nicht nach unten in den Wohnungsflur, sondern nach oben in die Business-Welt. Auch da verschwindet die Kluft zwischen Mensch und Software, nur auf einer anderen Ebene: Entscheidung und Vertrieb.
Felix Hartmann: Fangen wir mit dem offensichtlichsten und zugleich riskantesten Beispiel an: Supertake. Das ist eine KI-Investitions-Plattform aus dem USV-Umfeld.
Lena Vogel: Die Idee: Du formulierst in natürlicher Sprache eine These – etwa „Ich glaube, KI-Infrastruktur wird weiter wachsen“ – und die Plattform generiert daraus ein Portfolio. Und dann geht es noch einen Schritt weiter: Es kann bei Robinhood oder Coinbase direkt eine Order aufgeben.
Felix Hartmann: Das ist der Punkt, an dem ich ganz still werde. Aus einer sprachlichen These wird eine Geld-Entscheidung. Die Plattform positioniert sich als Werkzeug, aber das ist kein Experiment mehr, das ist echtes Kapital. Wer haftet, wenn der Portfolio-Bot falsch liegt? Das ist die offene Frage, die uns keine der Beschreibungen beantwortet.
Lena Vogel: Und sie ist wichtig, weil sie symptomatisch ist für den ganzen Block: KI wandert aus der Produktion in die Entscheidung. Das sieht man auch bei Engine Room Media.
Felix Hartmann: Die bündeln die Analysen mehrerer Plattformen und lassen dann einen AI Producer Handlungsempfehlungen geben. Dazu gibt es noch ein Media-Kit und eine Conversion-Messung. Also aus vielen Datenströmen wird eine Empfehlung.
Lena Vogel: Auch hier gilt: Die Empfehlung ist genau so gut wie die Daten, auf denen sie basiert, und die Verantwortung bleibt beim Menschen. Es ist ein Werkzeug, das Vorschläge macht, keine Blackbox, die autonom entscheidet.
Felix Hartmann: Und noch zwei Beispiele aus diesem Bereich. ZenABM setzt auf MCP und einen AI-Agenten namens Zena: Aus Claude heraus kann man LinkedIn-Anzeigen erstellen, optimieren und Berichte ziehen. Die Entwürfe sind Approve-Only, das heißt, nichts läuft automatisch, du musst erst zustimmen.
Lena Vogel: Das ist ein sinnvolles Detail. KI macht den Entwurf, der Mensch gibt grünes Licht. Genau das ist ein Modell, das man sich bei mehr Agenten-Anwendungen wünschen würde.
Felix Hartmann: Und ColdIQ hat eine Slack-Integration gebaut: Man ruft einen Bot in Slack auf, taggt ihn, und baut damit ein GTM-System direkt im Chat. Dahinter stehen 40 Datenanbieter und 100 GTM-Skills.
Lena Vogel: Das ist eher ein Workflow-Detail als eine große Vision – aber es zeigt, wie die Eintrittsschwelle für solche Systeme sinkt. Du musst kein eigenes Dashboard mehr bauen, du taggst einen Bot in Slack und los geht's.
Felix Hartmann: Zwei kleinere Punkte in diesem Umfeld: Imejis.io liefert KI-Agenten über MCP eine Design-Studio-Fähigkeit – templates-basiert, mit deterministischem Rendering und 27 Komponenten. Und Semos.ai hat Manager-Agents gebaut, die aus Meetings lernen und Dinge vorantreiben: zum Beispiel Feedback, das überfällig ist, oder Genehmigungen, bei denen eine kognitive Lücke besteht.
Lena Vogel: „Überfälliges Feedback“ vorantreiben – das ist genau der Punkt, den menschliche Manager oft vergessen. Ob das in der Praxis gut ankommt oder eher wie ein nerviger Erinnerungs-Bot wirkt, wird die Zeit zeigen.
Felix Hartmann: Eines der Dinge, die in diesem Business-Kontext noch fehlen, ist Vertrauen. Und genau da schließen wir an: Forschung, die belegbar ist.
Lena Vogel: Das ist Curie – ein AI-Research-Assistant, der spezialisiert ist auf wissenschaftliche Literatur.
Felix Hartmann: Was Curie anders macht: Es durchsucht mehrere Datenbanken parallel und prüft jede einzelne Aussage gegen das Original. Nicht „die KI sagt, dass Studie X das gefunden hat“, sondern die tatsächliche Quelle, gegen die man die Aussage verifizieren kann.
Lena Vogel: Und es unterstützt systematische Reviews nach PRISMA-Stil. Das ist eine Standardsmethodik in der Medizin und anderen Fachbereichen, die sehr strenge Regeln hat, wie man Literatur auswählt und bewertet.
Felix Hartmann: Das ist im Kern eine Antwort auf das Halluzinations-Problem. Statt zu hoffen, dass das Modell richtig liegt, wird jede Behauptung an den Originaltext gekoppelt. Das ist kein perfekter Schutz, aber ein strukturierter.
Lena Vogel: Und das Thema Vertrauen zieht sich durch alles, was wir bisher hatten – auch bei den Alternativen zu den großen Anbietern. Da gibt es zwei Werkzeuge, die genau daran arbeiten.
Felix Hartmann: Das erste ist Hopscotch AI. Es bündelt über 500 Modelle hinter einer einzigen API – und das ohne Aufschlag, also zum Provider-Listenpreis.
Lena Vogel: Das ist wichtig, weil man sonst oft für die Vermittlungsschicht zahlen muss. Dazu kommen noch Fallback-Mechanismen – wenn ein Modell nicht verfügbar ist, wird automatisch ein anderes genutzt – und eine integrierte Ausgabenkontrolle.
Felix Hartmann: Das zweite ist iFixAi, ein unabhängiger AI-Audit-Dienst. Sie prüfen KI-Agenten über 69 Kategorien und 250 Kriterien, finden Inkonsistenzen, erklären sie und helfen bei der Korrektur.
Lena Vogel: Das ist im Prinzip ein Qualitätsmanagement für Agenten. Und das wird zur Grundvoraussetzung, wenn man Agenten produktiv einsetzen will – man braucht einen Weg zu prüfen, was sie eigentlich tun.
Felix Hartmann: Die offene Frage, die ich mir da stelle: Wie tief geht ein externes Audit wirklich? 250 Kriterien klingen beeindruckend, aber die Frage ist, ob das oberflächliche Prüfungen sind oder ob da wirklich interne Logik, Randfälle und Sicherheitsaspekte angefasst werden. Das kann man aus der Ankündigung nicht ableiten.
Lena Vogel: Und die Perspektive von Hopscotch und iFixAi zusammen gelesen ergibt einen Bogen: Mehr Modellauswahl und Agenten-Qualitätssicherung werden zur Grundvoraussetzung für produktiven Einsatz. Beides fehlt noch weitgehend, und beide Ansätze versuchen, genau diese Lücke zu schließen.
Felix Hartmann: Und weil wir gerade beim großen Bogen sind – es gibt auch die kleinen Projekte. Und die zeigen manchmal am klarsten, dass Datenschutz und Fokus auch bei Consumer-Apps funktionieren.
Lena Vogel: Das erste ist Clink – eine iOS-Custom-Keyboard-App. Freie Themes und Layouts, die normale Eingabe bleibt komplett auf dem Gerät, und du brauchst keinen Account.
Felix Hartmann: Kein Account ist bei einer Tastatur ein starkes Signal – die Tastatur sieht alles, was du tippst, und hier verspricht der Maker, dass das nicht das Gerät verlässt. Ob das hält, ist eine Vertrauensfrage, aber die Architektur ist erstmal die richtige.
Lena Vogel: Und eine Android-Version ist geplant. Das zweite kleine Projekt ist Pokébinder – ein kostenloses Planungswerkzeug für Pokémon-Karten-Sammler.
Felix Hartmann: Man kann sich eine Karte, die man noch nicht besitzt, in Originalgröße ausdrucken – 6,3 mal 8,8 Zentimeter. Auch ohne Account. Das ist ein Nischenwerkzeug, aber ein durchdachtes: Es löst ein sehr konkretes Problem von Sammlern, die ihre Bindung visuell planen wollen.
Lena Vogel: Und es gibt noch ein kleines Experiment in diesem Bereich: Would you pay? Man bekommt Startups gezeigt und swiped einfach „würde ich bezahlen“ oder nicht. Nach zehn zeigt es, in welcher Kategorie man als „Zahler“ landet, und wie die Übergangsraten aussehen.
Felix Hartmann: Das ist eher ein Spiel als ein Werkzeug, aber es berührt genau die Frage, die wir heute durch alle Blöcke hindurch gestellt haben: Wofür zahlen Nutzer – und wofür nicht? Ein Text-Tool für 5 Dollar, eine Mac-App für 10 Dollar, ein Investment-Bot ohne Preismodell-Klarheit – das sind alles sehr verschiedene Antworten auf dieselbe Frage.
Lena Vogel: Und wenn ich zurückblicke auf das, was wir heute gesehen haben, dann ist das eigentliche Thema nicht irgendein einzelnes Tool. Es ist MCP. Arsaze, LUCI, ZenABM, Imejis – sie alle benutzen dieselbe Schnittstelle, um Agenten an reale Arbeit zu koppeln.
Felix Hartmann: Und die zweite Konstante ist Lokalität. Paste auf dem Mac, Declutr, Ricly, GhostDeck, LUCI, Gladys im Smart Home, Clink auf der Tastatur – immer öfter versprechen die Tools, dass die Daten nicht das Gerät verlassen.
Lena Vogel: Das Vertrauensversprechen wird zum Verkaufsargument. Und genau deshalb werden Werkzeuge wie iFixAi und Ansätze wie Curie wichtig – weil Vertrauen nicht nur behauptet werden muss, sondern belegbar sein will.
Felix Hartmann: Die offenen Fragen lassen sich zusammenfassen: Wie reliable sind Agenten im Alltag, jenseits der Demo? Wie gut sind die Vorhersagen von Paste in der Praxis? Wie stabil ist Matter langfristig? Wer haftet bei falschen Entscheidungen von Portfolio-Bots? Und wie tief geht ein Audit wirklich?
Lena Vogel: Das sind die Fragen, die die nächsten Monate entscheiden werden. Für heute war das unser Daily Briefing – die Auswahl aus dem, was in den letzten 24 Stunden reingekommen ist.
Felix Hartmann: Danke, dass ihr dabei wart. Wir hören uns beim nächsten Mal, wenn wieder neue Tools und Ankündigungen da sind, die es wert sind, genauer hingeschaut zu werden.
Lena Vogel: Bis dann!