
0826 | OpenAI Jalapeño besser als Nvidia Blackwell
Show notes
In dieser Folge blicken die Moderatoren auf die neuesten Diskussionen aus Hacker News: von OpenAIs neuem Jalapeño-Chip, der Nvidias Blackwell übertreffen soll, über die angekündigten Qwen-3.8-Flash-Next-Modell bis zu Apples M6- und M5-Ultra-Premiere mit neuem Mac mini und Mac Studio. Außerdem geht es um einen Raspberry-Pi als lokale Auto-KI, Pythons seltsame Konstanten, die Graphdatenbank LatticeDB, JPEG XL in Firefox 157 und die richtige Verzögerung für Tooltips. Weitere Themen: die Unterlassun
Zeitleiste
- 00:00:00 Einleitung
- 00:00:40 OpenAI Jalapeño und LLM-getriebenes Chip-Design
- 00:01:40 Qwen 3.8-Flash-Next: 125B a6B angekündigt
- 00:03:22 CarWatch: Qwen als Auto-KI auf dem Raspberry Pi
- 00:04:12 Apple stellt M6, M5 Ultra und neue Macs vor
- 00:06:05 Pythons seltsame vordeklarierte Konstanten
- 00:06:37 LatticeDB: SQLite für Graphdatenbanken
- 00:07:11 Firefox 157 bringt JPEG XL standardmäßig
- 00:08:39 Tooltips: Verzögerung und ihre Überspringung
- 00:09:09 Nitter und XCancel erhalten Unterlassungsschreiben
- 00:09:37 Schwarze-Loch-Singularität als Fläche
- 00:10:09 Starbase Louisiana: SpaceX' nächster Standort
- 00:10:38 FDA lässt erstes Keton- und Blutzucker-Wearable zu
- 00:12:08 US-Restaurants verbannen Trinkgelder
- 00:12:33 Dynamitfischerei schädigt Indonesiens Riffe
- 00:12:56 Predictionsmärkte und ihre Schattenseiten
- 00:13:19 Dolly Partons Tod und ihre kulturelle Reichweite
- 00:13:56 Wie viel von Hacker News ist KI?
Weitere Links
- OpenAI Jalapeño: Better than Nvidia Blackwell - Bri Hacker News Campaign Feed
- Qwen 3.8-Flash-Next releasing tomorrow (125B a6B) - Bri Hacker News Campaign Feed
- Show HN: I made a Raspberry with Qwen my local car AI - Bri Hacker News Campaign Feed
- New Mac mini, featuring M6 and M5 Pro - Bri Hacker News Campaign Feed
- New Mac Studio with M5 Max and M5 Ultra - Bri Hacker News Campaign Feed
- Apple introduces M6 and M5 Ultra - Bri Hacker News Campaign Feed
- Python's pre-declared constants are kinda weird - Bri Hacker News Campaign Feed
- Show HN: LatticeDB – Like SQLite but for graph databases - Bri Hacker News Campaign Feed
- Firefox 157 will include JPEG XL by default on all platforms - Bri Hacker News Campaign Feed
- Tooltips need a delay, and then they need to skip it - Bri Hacker News Campaign Feed
- Nitter and XCancel receive cease and desist notices - Bri Hacker News Campaign Feed
- Black hole singularity is a surface not a point - Bri Hacker News Campaign Feed
- Starbase, LA - Bri Hacker News Campaign Feed
- FDA authorizes first wearable device that monitors ketone and blood sugar levels - Bri Hacker News Campaign Feed
- Why some US restaurants are banning tips - Bri Hacker News Campaign Feed
- Bomb fishing is wreaking havoc on Indonesia's coral reefs - Bri Hacker News Campaign Feed
- My Friend Aaron - Bri Hacker News Campaign Feed
- Dolly Parton has died - Bri Hacker News Campaign Feed
- How much of HN is AI? - Bri Hacker News Campaign Feed
Diese Folge wurde von Bri produziert. Bri nutzt fortschrittliche KI-Technologie, um die Feeds, die dir wichtig sind, in Podcasts zum Zuhören zu verwandeln. Kontakt: hi@bri.so.
Transcript
Lena Vogel: Willkommen zu Hacker News täglich auf Bri Radio. Ich bin Lena Vogel.
Felix Hartmann: Und ich bin Felix Hartmann. Heute geht es unter anderem um OpenAI, das mit seinem Modell „Jalapeño“ angeblich besser abschneiden soll als Nvidias Blackwell.
Lena Vogel: Außerdem: Apples neuer Mac mini und Mac Studio, ein Hacker-News-Eintrag über Qwen, und eine traurige Meldung zum Tod von Dolly Parton. Dazu die Frage, wie viel von Hacker News eigentlich KI-generiert ist.
Felix Hartmann: Und Unterhaltungsnachrichten rund um Nitter, XCancel und Firefox 157. Genug der Vorschau – los geht's.
Lena Vogel: Ein Hacker-News-Nutzer stellt einen Bericht über OpenAIs neuen Chip, den Jalapeño, ein und behauptet, er schlage Nvidias Blackwell-Architektur. In der Diskussion fällt ein Kommentar, der besonders auffällt: Wenn KI-Technologie benutzt wird, um den nächsten Chip zu entwerfen, stellt sich die spannende Frage, ob nicht auch völlig andere, allgemeine Chips riesige Leistungssprünge machen, sobald LLMs beim Design helfen. Also nicht nur im Spezialbereich der KI-Beschleuniger, sondern breit über die ganze Chipindustrie hinweg.
Felix Hartmann: Das ist genau der Punkt, der über den einzelnen Chip hinausgeht. Der Jalapeño ist offenbar speziell dafür gebaut, große Sprachmodelle schnell auszuführen, und soll dabei Blackwell überlegen sein. Aber der Kommentar verschiebt die Perspektive: Wenn dieselben Sprachmodelle künftig die Chip-Architekturen selbst entwerfen, könnten klassische Prozessoren aufholen. Die eigentliche Frage ist also, ob LLM-getriebenes Design den Vorteil spezialisierter KI-Hardware wieder einholt.
Lena Vogel: Der Hacker-News-Eintrag zu Qwen 3.8 Flash Next kündigt an, dass das Modell am nächsten Tag über ModelScope erscheint. Gleich zu Beginn der Diskussion hakt ein Kommentator nach, woher die Angabe von hundertfünfundzwanzig Milliarden Parametern stamme, er habe sie auf der Seite nicht gefunden. Andere Nutzer berichten, die Beschreibung habe die Zahlen zunächst unter dem Countdown gezeigt, sei dann aber schnell entfernt worden – dort stand auch, das Modell habe einundfünfzig Milliarden N-Gramme und eine neue Aufmerksamkeit namens Qwen Sparse Attention.
Felix Hartmann: Ein Kommentator hat den englischen Text der ModelScope-Seite zum Veröffentlichungszeitpunkt gesichert: Demnach ist es ein neu gestaltetes multimodales Mixture-of-Experts-Modell mit einhundertfünfundzwanzig Milliarden Hauptparametern, dazu einundfünfzig Milliarden N-Gramm-Embeddings, pro Token aktiviert sechs Milliarden Parameter. Der Text verspricht deutlich reduzierte Trainings- und Inferenzkosten: Bei etwa einem Neuntel der Trainingskosten soll Qwen 3.8 Flash Next eine mit Qwen 3.7 Plus vergleichbare Leistung erreichen und beim Programmieren und bei Cowork stärker sein.
Lena Vogel: In der Community hatte manches für das kleinere Modell gehofft – etwa ein Teilnehmer, der ein fünfunddreißig-Milliarden-Modell erwartet hatte, und ein RTX-5090-Besitzer, der sich ein 35B A3B zum lokalen Ausführen gewünscht hätte. Andere erinnern an das in der Vorwoche veröffentlichte 27B-Modell, das auf einer 5090 gut läuft, während das neue Modell laut den Kommentaren auf Macs, Strix Halo und DGX Spark ausgerichtet ist. Ein Nutzer hofft auf einen kostenlosen Endpunkt, weil er das Modell anders als 35B A3B nicht lokal ausführen könnte.
Lena Vogel: Ein Nutzer zeigt in Hacker News sein Projekt CarWatch: Er betreibt ein 35-Milliarden-Parameter-Qwen-Modell auf einem Raspberry Pi und findet, dass es mit beeindruckender Intelligenz und Stabilität läuft. Dazu hat er Verbindungen zur OBD-Schnittstelle seines Autos gebaut, um die Fahrzeugdaten auszulesen, und an den Hersteller-Clouddienst angebunden, etwa um Klimaanlage oder Türschlösser zu steuern.
Felix Hartmann: Das Modell bekommt außerdem das komplette Auto-Handbuch als Wissen, und er hat es mit seinen anderen Agenten im Diskussionsraum verdrahtet. So kann es Fragen zum Auto beantworten, zum Beispiel wann man Öl nachfüllen sollte und welches Öl gemeint ist. Das Bemerkenswerte daran ist, dass er für seine eigene Auto-KI auskommt, ohne dafür einen großen Server zu brauchen – ein 35B-Modell auf einem Raspberry Pi.
Lena Vogel: Apple hat am 25. August 2026 den neuen Mac mini mit dem M6-Chip und dem M5 Pro vorgestellt sowie den neuen Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra. Der M6 ist Apples erster Zwei-Nanometer-Chip mit einem 12-Kern-Prozessor, einer 12-Kern-GPU und einem Dual-16-Kern-Neural-Engine. Laut Apple liefert der Mac mini mit M6 bis zu viermal schnellere KI-Leistung, doppelt so schnellen Speicher, doppelt so schnelle Grafik und vierzig Prozent schnellere CPU-Leistung.
Felix Hartmann: Der M5 Ultra ist Apples erste Quad-Die-Architektur und bietet bis zu 512 Gigabyte einheitlichen Speicher mit 1,2 Terabyte pro Sekunde Bandbreite – fünfzig Prozent mehr als beim M3 Ultra. Für den Mac Studio nennt Apple bis zu 4,3-fach schnellere KI-Leistung, doppelt so schnellen Speicher und 1,8-fach schnellere Grafik. In der Diskussion schlägt aber die Kritik am Preis hoch: Der Mac Mini M4 kostete vor weniger als zwei Jahren sechshundert Dollar, dieselbe Konfiguration mit M6 kostet jetzt neunhundert Dollar, in Europa übersteigt der Preis tausend Euro. Ein Nutzer berichtet, dass seine Bestellung eines M4 mit 16 Gigabyte, die er kurz vor dessen Einstellung aufgegeben hatte, von Amazon storniert wurde.
Lena Vogel: Beim Mac Studio startet der M5 Max bei 2.499 Dollar, der M5 Ultra bei 5.499 Dollar; in Europa nennt ein Nutzer 6.649 Euro für eine Konfiguration mit 64-Kern-GPU und 96 Gigabyte Arbeitsspeicher. Andere weisen darauf hin, dass die US-Preise keine Mehrwertsteuer enthalten. Ein Kommentator setzt das in historische Perspektive: Ein voll ausgestatteter IBM Personal Computer AT kostete 1984 umgerechnet etwa 18.600 bis 19.300 Dollar in heutiger Währung.
Lena Vogel: Ein Blogbeitrag schaut auf Pythons vordeklarierte Konstanten und findet sie irgendwie seltsam. In der Diskussion geht es darum, ob die Auslassungspunkte – die Ellipsis – sich eigentlich wie True, False und None verhalten, also wie ein lexikalisches Token, das beim Parsen zu einem fest verdrahteten Wert aufgelöst wird. Ein Kommentator widerspricht: Die Ellipsis ist nur eine gewöhnliche vordefinierte Konstante mit demselben Wert, nicht ein eigenes hart verdrahtetes Sprach-Token wie die Wahrheitswerte.
Felix Hartmann: Ein Entwickler, der bei der Arbeit immer mehr Graphdatenbanken nutzt, hat sie lokal als zu mühsam empfunden und etwas Eigenes gebaut: LatticeDB, nach seiner Beschreibung so etwas wie SQLite, aber für Graphdatenbanken, nach dem Prinzip einer lokalen Datei, wie es SQLite seit Jahren macht.
Lena Vogel: In der Diskussion wird genau dieser sqlite-ähnliche lokale-Datei-Ansatz für viele Einsatzfälle als sinnvoll bezeichnet. Offen bleibt aber, in welchen Größenordnungen er das Design tatsächlich schon getestet hat – die Frage wurde gestellt, eine belastbare Antwort steht nicht fest.
Felix Hartmann: Firefox 157 wird JPEG XL standardmäßig auf allen Plattformen ausliefern, und die Diskussion dreht sich darum, was das Format gegenüber WebP und AVIF bringt. Als großer Vorteil gilt die Kompatibilität mit alten JPEGs: Rohdaten lassen sich vereinfacht als JPEG-XL neu verpacken, ohne echten Neu-Encode, mit einer veranschlagten Dateigrößenersparnis von etwa zwanzig bis dreißig Prozent – AVIF oder WebP bräuchten dagegen einen verlustbehafteten Neu-Encode.
Lena Vogel: Für dieselbe verlustfreie Konvertierung käme man auf zehn bis zwanzig Prozent Bandbreitenersparnis, gerade bei Bildern ohne verlustfreies Master. Dazu kommt progressives Dekodieren: Der wichtigste Teil wird zuerst dekodiert, rund zwanzig Prozent der Bilddaten reichten bereits für ein Thumbnail. Ein Diskutant sieht JPEG-XL verlustfrei stärker als WebP und AVIF, bei relativ schneller Kodierung; AVIF könne verlustfreies RGB nicht wirklich.
Felix Hartmann: Einschränkend heißt es, bei normalen Fotos mit 24 Bit pro Pixel seien die Unterschiede marginal; JPEG-XL glänze erst bei komplexeren Anforderungen. WebP ist demnach auf 16 Kilopixel pro Dimension begrenzt, AVIF erlaubt 65 Kilopixel pro Achse, JPEG-XL eine Million pro Achse; WebP sei subjektiv schlechter bei gleicher Dateigröße, ob es Studien gebe, sei offen. Zudem verweist jemand auf einen blink-dev-Thread, wonach Chrome offenbar dasselbe vorhabe.
Lena Vogel: Ein Hacker-News-Autor argumentiert, Tooltips brauchen eine Verzögerung – und danach brauchen sie es, diese Verzögerung zu überspringen. In der Diskussion meldet sich jemand, der vor etwa zwanzig Jahren genau dasselbe Problem beim Bau von Hover-Dropdown-Menüs hatte.
Felix Hartmann: Seine Lösung von damals war nur um die zehn Zeilen JavaScript und ein paar globale Variablen, aber er war der Einzige, der sie verstand. Heute würde er mehr Kommentare einbauen, sagt er im Rückblick – und es gab natürlich einen Fallback für die Fälle, in denen das Hover-Verhalten versagt.
Felix Hartmann: Die Twitter-Alternative Nitter und die damit verbundene Seite XCancel haben Unterlassungsschreiben erhalten, wie der Einsteller berichtet. Details gibt es laut einem Kommentator bisher kaum – offen, von wem die Schreiben stammen und was genau sie fordern.
Lena Vogel: Ihm zufolge warte man derzeit auf rechtliche Beratung, aber fürs Erste solle man damit rechnen, dass alle Nitter-Instanzen offline gehen. Viele Instanzen zeigen derweil schon Rate-Limits an, also eine Begrenzung der Zugriffe.
Lena Vogel: Ein Papier auf arXiv, dessen Titel die Schwarze-Loch-Singularität als Fläche statt als Punkt beschreibt, sollte laut einem Diskutanten nicht als neues Forschungsergebnis missverstanden werden. Es sei in erster Linie eine Kritik an gängigen Tropen der Populärwissenschaft – wer eine Graduierten-Vorlesung in Allgemeiner Relativitätstheorie besucht habe, hätte dasselbe sagen können.
Felix Hartmann: Als Alternative zum eigenen Studium verweist ein weiterer Kommentator darauf, sich Susskinds Lehren zur Theoretischen Physik anzusehen, wo dieser Punkt ebenfalls behandelt werde.
Lena Vogel: Eine Space-X-Seite erwähnt Starbase Louisiana als Standort, und in der Hacker-News-Diskussion dazu schätzt ein Kommentator, dass ein Bau dort für Schweißer, Betonarbeiter und allgemeine Handwerker zehn bis zwanzig Jahre solide Arbeit bedeuten könnte. Küsten-Louisiana zählt zu den ärmsten Gebieten der USA und ist damit noch wirtschaftlich schwächer aufgestellt als das Tal in Texas, wo Starbase Texas liegt. So viel Arbeit auf einen Schlag wäre dort jedenfalls eine kleine wirtschaftliche Wende.
Felix Hartmann: Ein anderes Thema: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat Ende August 2026 als erste Behörde ein Wearable zugelassen, das Ketone kontinuierlich misst – das Libre Duo 10 Day für Menschen mit Diabetes ab zwei Jahren. Es ist laut FDA das erste Wearable in den USA mit durchgehender Ketonmessung und gleichzeitig das erste weltweit, das Ketone und Blutzucker in einem Gerät zusammen überwacht.
Felix Hartmann: Statt wie bisher nur einzelne Momentaufnahmen zu liefern, misst es jede Minute, Tag und Nacht, direkt in der Flüssigkeit unter der Haut und sendet die Werte drahtlos an ein kompatibles Smartphone. Automatische Alarme können bei besorgniserregenden Keton-Schwellenwerten warnen, und Ketonwerte sollen immer zusammen mit Glukosewerten und Symptomen interpretiert werden. Keton entsteht, wenn der Körper Fett statt Glukose nutzt, und eine unbehandelte Ketoazidose kann lebensbedrohlich werden.
Lena Vogel: Die Zulassung stützt sich auf sechs klinische Studien mit mehr als sechshundert Teilnehmenden ab zwei Jahren; das Gerät erkannte demnach erhöhte Ketonwerte, bevor eine diabetische Ketoazidose begann. Nach CDC-Angaben leben in den USA etwa vierzig Komma eins Millionen Menschen mit Diabetes, davon gut zwei Millionen mit Typ 1. FDA-Direktorin Michelle Tarver nennt die Zulassung einen Durchbruch für die Sicherheit von Kindern und Erwachsenen mit Diabetes. Das Gerät hatte zuvor den Breakthrough-Device-Status erhalten und steht im Rahmen der FDA-Initiative „Home as a Health Care Hub“.
Lena Vogel: Zurück zu den Restaurants: Einige US-Restaurants verbannen Trinkgelder. In der Hacker-News-Diskussion dazu heißt es, Einzelhandelsgeschäfte sollten Trinkgelder ebenfalls verbieten, und ein weiterer Kommentar beschreibt, wie sehr das System gutherzige Menschen ausnutzt, die sich schlecht fühlen, wenn sie bei einem Bezahlterminal auf „kein Trinkgeld“ drücken – an Orten, an denen vor fünf bis zehn Jahren niemand Trinkgeld erwartet hätte.
Felix Hartmann: Dynamitfischerei richtet in den Korallenriffen Indonesiens großen Schaden an. In der Diskussion dazu macht ein Kommentar deutlich, dass die Adoption dieser Technik vermutlich von Armut und Subsistenzwirtschaft getrieben wird – und ein anderer schlägt vor, die USA sollten mit Subventionen gegensteuern, dann wäre der Druck gar nicht erst da. Zugegeben ein überspitzter Kommentar, aber inhaltlich nicht von der Hand zu weisen.
Lena Vogel: Zum Abschluss noch ein Stück aus der Diskussion: Ein Hacker-News-Kommentator spekuliert, dass wir angesichts der zunehmenden Predictionsmärkte innerhalb von fünf Jahren einen Mord auf einem solchen Markt sehen werden. Ein anderer entgegnet, jeder Vorhersagemarkt sei im Kern ein Attentatsmarkt – sie behaupten, auf Informationen zu handeln, real sei es aber eher Einflussnahme.
Lena Vogel: Dolly Partons Tod hat sich heute über mehrere große US-Medien verbreitet, unter anderem New York Times, CNN und The Guardian. Auffällig am Hacker-News-Faden dazu ist, dass sich selbst Leute äußern, die mit Countrymusik sonst nichts anfangen können.
Felix Hartmann: Der Top-Kommentar beginnt damit, er sei nie wirklich ein Countryfan gewesen – aber Dolly Parton sei für ihn immer etwas anderes gewesen. Im Thread geht es kaum um die Umstände ihres Todes, sondern fast nur um ihre kulturelle Reichweite.
Lena Vogel: Dass ausgerechnet ein Technikforum wie Hacker News sich so breit dazu äußert, sagt einiges darüber, wie weit ihre Wirkung über die Musik hinausging.
Felix Hartmann: Ein Blogpost von coredump.cx versucht zu beziffern, wie viel von Hacker News inzwischen von KI generiert wird – und stützt sich dabei offenbar stark auf die Erkennungssoftware von Pangram.
Lena Vogel: Als erster Kommentar fragt jemand, ob Pangrams Erkennung überhaupt als besonders zuverlässig gilt, besonders im englischsprachigen Raum. Der ganze Post steht auf der Annahme, dass diese Detektion hochwirksam ist – was im Thread grundsätzlich infrage gestellt wird.
Felix Hartmann: Damit ist die Messgröße der Analyse selbst zum Streitpunkt geworden. Wenn die Detektionssoftware, die den KI-Anteil schätzt, in ihrer Genauigkeit umstritten ist, dann bleibt der tatsächliche Anteil von KI-Beiträgen auf Hacker News letztlich ungeklärt.
Felix Hartmann: Wir haben heute viel mitgenommen: Apples neue M6- und M5-Ultra-Ära, aber auch die Frage, wie sich OpenAIs Jalapeño gegen Nvidias Blackwell schlägt.
Lena Vogel: Genau, und der M6 als erster Zwei-Nanometer-Chip mit seinem Dual-Neural-Engine bleibt für mich der spannendste Einstieg in diese neue Generation.
Felix Hartmann: Danke, dass du zugehört hast, und bis zum nächsten Mal!