0823 | Zero von Vercel: KI-Agenten-Code, SubtitleGenerator, AutoClaw & Pawvis

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In dieser Folge werden aktuelle Projekte aus der Welt der KI-Agenten und Mac-Werkzeuge vorgestellt. Vercels experimentelle Programmiersprache Zero verzichtet auf klassischen Quelltext und lässt Agenten direkt einen semantischen Programm-Graphen patchen. Z.ai präsentiert mit AutoClaw einen Desktop-Agenten, der mehrstufige Arbeit über Dateien, Browser, Office-Dokumente und Chat übernimmt. Für macOS gibt es „Agents Never Sleep“, das KI-Agenten bei geschlossenem Deckel weiterlaufen lässt, sowie die

Zeitleiste

  • 00:00:00 Einleitung
  • 00:00:32 Zeros KI-gestützte Programmiersprache ohne Quelltext
  • 00:01:50 AutoClaw: der vielseitige Desktop-Agent
  • 00:03:18 Agents Never Sleep für Macs
  • 00:04:44 PawVis: Handtracking als Mausersatz
  • 00:06:18 Port Radar: Klartext-Antworten zu Ports
  • 00:08:01 Open Analytics als Datenschutz-Alternative
  • 00:09:46 SubtitleGenerator mit All-clear-Abschluss
  • 00:11:28 Pocket: Metas KI-Kreativ-Social-App

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Transcript

Lena Vogel: Willkommen zu Product Hunt täglich auf Bri Radio. Ich bin Lena Vogel. Heute haben wir wieder eine schöne Übersicht über die aktuellen Highlights auf Product Hunt – von experimentellen Programmiersprachen bis zu Apps, die deine Webcam in eine Maus verwandeln.

Felix Hartmann: Und ich bin Felix Hartmann. Wir schauen uns unter anderem Zero von Vercel an, eine experimentelle Sprache, die für eine Welt gebaut ist, in der KI-Agenten den Code schreiben. Dazu kommt eine neue Social-App von Meta sowie einige nützliche macOS-Tools.

Lena Vogel: Ein anderes Projekt aus dem KI-Agenten-Umfeld ist Zero, eine experimentelle Programmiersprache von Vercel, die auf klassischen Quelltext ganz verzichtet. Statt Dateien zu bearbeiten, fragen KI-Agenten einen semantischen Programm-Graphen ab und patchen direkt hinein, während der Compiler jede Änderung prüft.

Lena Vogel: Der Mensch formuliert nur das gewünschte Ergebnis und prüft bei Bedarf lesbare Code-Projektionen. Laut Projektangaben zielt Zero auf Token-Effizienz, schnelle Builds, geringen Speicherbedarf und null Abhängigkeiten; die Laufzeit soll klein, schnell, explizit und dependency-frei bleiben.

Lena Vogel: Patches sind standardmäßig abgesichert: Sie zielen auf semantische Knoten und Felder und sind durch Graph-Hashes und erwartete Werte geschützt; veraltete oder ungültige Edits schlagen fehl, bevor sie den Store berühren. Ein dokumentiertes Beispiel zeigt den Ablauf mit den Befehlen zero init, zero patch und zero run – der Graph wird validiert und das Programm gibt ‚hello from zero‘ aus.

Felix Hartmann: Auffällig ist, dass der compilereigene Graph zugleich als Programmdatenbank dient: Agenten bearbeiten ihn, der Compiler verbraucht ihn, lesbarer Text bleibt nur zur Prüfung verfügbar. Allerdings ist Zero ausdrücklich als Experiment gekennzeichnet – breaking changes sind zu erwarten, und das Projekt soll nur in einer sicheren Umgebung laufen.

Lena Vogel: Vom Sprach-Experiment geht es zu einem Desktop-Agenten: Z.ai stellt AutoClaw vor, der mehrstufige Arbeit über Dateien, Browser, Office-Dokumente, Web-Apps und Instant Messaging übernimmt. Eine Nutzerin gibt ein Ziel in einem Chat vor, der Agent zerlegt die Aufgabe, bedient Werkzeuge, koordiniert Agenten und liefert das fertige Ergebnis samt Kontext zurück.

Lena Vogel: AutoClaw setzt auf das neue Flaggschiff-Modell GLM-5.3, arbeitet mit GLM-Modellen und kann je nach Aufgabe zwischen Modellen wie DeepSeek und GLM wechseln. Die Website nennt sechs Kernbereiche: Büroautomatisierung mit mehr als fünfzig integrierten Fähigkeiten für Word-, Excel- und PPT-Dokumente, Berichte, Besprechungsnotizen und Diagramme; Content-Operationen über Telegram, Instagram, Substack, X und TikTok; Anlageforschung mit Marktdaten, Unterlagen, Backtests und Analyseberichten; Web-Produktbau von Seiten, Dashboards und Mini-Apps; Browser-Automatisierung für Formulare, Screenshots, Datensammlung und geplante Aufgaben; sowie IM-Integration über Slack, Telegram, WhatsApp und Lark, bei der Aufgaben per At-Zeichen-Erwähnung vergeben werden und Ergebnisse, Dateien und Fortschrittsmeldungen zurückfließen.

Felix Hartmann: Das passt zu den adressierten Nutzergruppen: E-Commerce-Betriebe mit täglicher Wettbewerbsüberwachung und IM-Bericht, Portfoliomanager mit wöchentlichen Recherche-Berichten und Backtests sowie Content-Ersteller, die aus einem Thema Beiträge für mehrere Plattformen erzeugen.

Lena Vogel: Von AutoClaw zu einer deutlich kleineren Mac-Lösung: „Agents Never Sleep“ ist eine macOS-Menüleisten-App, die KI-Agenten auch bei geschlossenem Laptopdeckel weiterlaufen lässt. Sie kostet vier Dollar und neunundneunzig Cent, bietet eine 14-tägige Geld-zurück-Garantie ohne Formular und ohne Angabe von Gründen, die aktuelle Version ist 1.0.5.

Lena Vogel: Der Entwickler sagt, er habe die App gebaut, um das Schlafverhalten seines Macs zu steuern, ohne sich durch die Systemeinstellungen zu klicken oder das Terminal zu öffnen; als Bonus gibt es eine kleine Figur in der Menüleiste. Beworben wird ein nativer, kleiner Menüleisten-Begleiter, der keine Daten sammelt.

Felix Hartmann: Offen bleibt in der Diskussion, worin sich die App tatsächlich von einer Caffeinate-Schleife oder von Amphetamine unterscheidet – ob sie intelligenter als reines Schlafverhindern arbeitet und etwa erkennt, welche Prozesse als aktiver Agent zählen. Die FAQ sagt nur, Caffeinate überstehe einen geschlossenen Deckel nicht, und auf die Amphetamine-Frage folgt der Scherz ‚Don’t do drugs, kids‘.

Felix Hartmann: Zur Abschaltung des Schlafs per Terminal nennt die FAQ den Befehl sudo pmset -a disablesleep 1, weist aber darauf hin, dass man den Schlaf danach wieder aktivieren muss. Ein Community-Mitglied berichtet, das Produkt löse ein reales Problem, weil man den Laptop nicht mehr mit einem gefalteten Notizzettel halb offen halten müsse.

Felix Hartmann: Pawvis ist eine kostenlose, quelloffene macOS-App der Entwicklerin Alexandria, die sie auf Product Hunt vorstellt. Sie verwandelt die eingebaute Webcam in eine handverfolgte Maus – laut Beschreibung vollständig auf dem Gerät laufend, unter MIT-Lizenz, für macOS 14 und neuer signiert und notarisiert. Die Hand verfolgt die App über Apples Vision-Framework mit einundzwanzig Gelenkpunkten, viele Male pro Sekunde.

Lena Vogel: Die Gesten sind ausdrucksstark: Hebt man die Hand, folgt der Cursor der Handfläche, ein gesenkter Zeigefinger klickt, eingeklappte Mittel- und Ringfinger scrollen, ein gesenkter kleiner Finger löst den konfigurierbaren Rechtsklick aus. Ein dritter Finger übernimmt den Mittelklick, standardmäßig deaktiviert. Moment: Der Cursor reagiert nur auf eine offene Hand mit vier Fingern und freiem Daumen – eine ruhende oder tippende Hand bewegt ihn nicht. Ein Verweilklick ist möglich, aber standardmäßig aus, und feuert nie während Drücken, Scrollen oder geparktem Zustand.

Felix Hartmann: Dazu lassen sich eigene Gesten aufzeichnen: Eine Bewegung wird einige Male aufgenommen, und die App lernt, sie zu erkennen. Die Gesten bleiben in den Einstellungen inaktiv, bis man ihnen eine Aktion zuweist – etwa Desktop wechseln, ein Fenster bewegen, eine Verknüpfung auslösen oder einen Befehl ausführen, auch pro App. Sogar die reine Mausfunktion lässt sich komplett abschalten, sodass die Hände nur noch als Fernbedienung für die zugewiesenen Gesten dienen. Optional gibt es eine Sprachsteuerung auf Basis von Apple Intelligence, im Menüleisten-Panel als Beta gekennzeichnet.

Felix Hartmann: Weiter im Menü ist Port Radar: eine native macOS-Menüleisten-App, die laut Hersteller zeigt, welche Prozesse auf welchen Ports lauschen, und sie per Klick beendet. Als Auslöser nennt er die typische Situation, dass beim Start eines Projekts Port 3000 bereits belegt ist, ohne dass man weiß, welcher Prozess dahintersteckt oder ob Stoppen sicher wäre. Die App erkennt laut Beschreibung Vite-, Next.js-, Docker- und Python-Prozesse sowie vergessene Anwendungen, gruppiert sie nach Projekt und bietet sowohl einen sauberen Stopp als auch Force Quit mit Bestätigung.

Lena Vogel: Spannend ist die eingebaute Apple-Intelligence-Funktion, die Fragen wie „Was ist das, ist es sicher zu stoppen?“ direkt auf dem Gerät beantwortet – laut Hersteller verlässt dabei nichts den Mac. Ein Beispiel zeigt die Antwort, dass auf Port 5173 ein Vite-Entwicklungsserver für checkout-web läuft, seit zwei Stunden und 14 Minuten aktiv und sicher stoppbar ist. Dazu kommt das Teilen: Jede lokale Seite lässt sich per Ein-Klick-Cloudflare-Tunnel als öffentlicher, solange aktiver Link teilen; cloudflared wird automatisch installiert, die URL ist kopierbar, der Tunnel jederzeit stoppbar.

Felix Hartmann: Die App ist laut Website kostenlos, Open Source unter Apache 2.0, braucht macOS 14 oder neuer und läuft auf Apple Silicon sowie Intel. Nur Apple Intelligence setzt macOS 26 oder neuer voraus. Genau da hakt ein Kommentator ein: On-Device-Apple-Intelligence verlangt einen M-Serie-Chip und eine neuere macOS-Version, und er fragte, was auf älteren Intel-Macs oder nicht berechtigten Geräten passiert – ob eine einfachere Heuristik greift oder die Funktion komplett gesperrt bleibt. Diese Antwort bleibt offen.

Felix Hartmann: Open Analytics ist auf Product Hunt als quelloffene, datenschutzorientierte Alternative zu Google Analytics vorgestellt worden. Die Macher beschreiben sie als cookieless: Die Identität eines Besuchers wird über einen gesalzenen Hash abgebildet, der um Mitternacht rotiert; rohe IP-Adressen würden nie gespeichert, und es entstehe kein standortübergreifendes Profil. Ein Consent-Banner sei daher nicht nötig; Global Privacy Control wird serverseitig beachtet, sodass entsprechende Requests verworfen werden, selbst wenn das Snippet das Signal ignoriert.

Lena Vogel: Die Software steht unter der AGPL-Lizenz und ist selbst hostbar; die gehostete Version beginnt bei neun US-Dollar pro Monat. Der Starter-Plan umfasst fünfzigtausend Events monatlich und drei Websites, der Growth-Plan kostet neunzehn US-Dollar, dazu ein siebentägiger kostenloser Test. Laut Anbieter ist jede Funktion in jedem Plan enthalten – bezahlt wird nach Volumen, nicht nach Zugang. Zu den Funktionen zählen laut Team ein Realtime-Dashboard, Funnels, Umsatzattribution per Stripe, Web-Vitals-Messung mit LCP, INP, CLS und TTFB, ein KI-Chat und ein MCP-Server für Abfragen in natürlicher Sprache. Custom Events lassen sich über ein Attribut wie data-oa-event auslösen, ganz ohne JavaScript, und ein Import aus Plausible und Google Analytics ist möglich. Die Installation läuft über ein einziges Script-Tag, die ersten Daten sollen innerhalb von Sekunden erscheinen.

Felix Hartmann: Wichtig: Das alles sind Behauptungen der Macher, keine unabhängig verifizierten Ergebnisse. Aus der Community gibt es eine kritische Einordnung: Ein Nutzer berichtete, das Dashboard habe einen abgewanderten Abonnenten aufgezeigt und einen verifizierten, zahlenden Kunden fälschlich als abgewandert eingestuft.

Felix Hartmann: SubtitleGenerator will das klassische Problem lösen, dass man für einen Videoupload nicht mehrere Werkzeuge durchlaufen muss. Laut Entwickler bringt das reine Browser-Werkzeug ein Video von der KI-Transkription bis zum finalen Export – Untertitel generieren, korrigieren, übersetzen, gestalten und exportieren, alles an einem Ort.

Lena Vogel: Mhm. Das Unterscheidungsmerkmal ist die Fix-Funktion: Unsichere Wörter werden automatisch markiert, die offene Prüfzahl bleibt sichtbar, und am Ende steht der Abschlussstatus „All clear“. Pro Markierung kann man die Korrektur eintippen, den Kontext abspielen, nur diesen Abschnitt neu transkribieren lassen oder das Wort behalten.

Felix Hartmann: Genau, und der freie Tarif ist recht großzügig: 60 einminütige Videos pro Monat ganz ohne Anmeldung, alle Stile inklusive, Export in 720p mit kleinem Wasserzeichen. Auffällig ist dabei die Diskrepanz bei der Stilzahl – der Launch-Beitrag nennt 30 inkludierte Stile, die Produktwebsite listet 33 Stile in sechs Familien auf.

Lena Vogel: Pro und Max ergänzen hochpräzise Transkription, vollständige Übersetzung, HD ohne Wasserzeichen, acht Untertitelformate sowie eigene Schriftarten und gespeicherte Markenstile. Wer zusätzliche Untertitelzeit ohne Abo braucht, hat ein Pay-as-you-go-Modell zur Verfügung.

Felix Hartmann: Ein Punkt blieb in der Community offen: Wie verhält sich das Tool bei überlappenden oder sich leicht überstehenden Untertiteln? Dazu gab es von einem Nutzer nur eine Frage, aber keine Antwort. Von der Datenschutzseite her versichert der Entwickler dagegen, dass das Video im Browser bleibt – nur der extrahierte Ton wird zur Transkription gesendet und danach wieder gelöscht.

Lena Vogel: Meta hat mit Pocket eine neue Social-App vorgestellt, bei der man interaktive Erlebnisse per KI erstellen, spielen und remixen kann. Laut Produktbeschreibung genügt eine beschriebene Idee, damit die KI daraus ein spielbares Gizmo erzeugt – ganz ohne Code.

Felix Hartmann: Ja. Die Gizmos können auf Berührung, Bewegung, Ton, Fotos und sogar die Kamera reagieren. Erstellte Gizmos lassen sich in einen Feed teilen, in dem andere sie sofort spielen, liken, teilen oder remixen können; man kann aber auch mit einer fremden Kreation starten und sie zu etwas Neuem machen.

Lena Vogel: In der Community-Diskussion wird Pocket als Metas sozialer Spielplatz für vibe-codierte Spiele beschrieben: Eine Idee beschreiben, KI verwandelt sie ohne Code oder Game-Engine in ein spielbares Gizmo, veröffentlicht in einem scrollbaren Feed. Die App ist also teils Game-Creator, teils soziales Netzwerk, gebaut auf der Idee, dass Beiträge nicht nur angeschaut, sondern gespielt werden.

Felix Hartmann: Allerdings sind das Metas Produktbeschreibung und ein Kommentar aus der Community – also Behauptungen, keine unabhängig verifizierten Ergebnisse. Konkrete Angaben zu Preis, Verfügbarkeit und unterstützten Plattformen enthält das Material nicht.

Lena Vogel: So, zusammengefasst: Vercel arbeitet an Zero, einer experimentellen Sprache, die KI-Agenten den Code schreiben lässt, und daneben gibt es SubtitleGenerator, ein reines Browser-Werkzeug für veröffentlichungsfertige KI-Untertitel.

Felix Hartmann: Zwei sehr unterschiedliche Projekte – aber beide zeigen, wohin die Reise geht. Danke, dass ihr dabei wart!

Lena Vogel: Genau, bis zum nächsten Mal.