
0817 | CostLogic, Chert, HarnessRouter & Expeditione: Product-Hunt-Launches
Show notes
In dieser Folge werden sechs neue Produkt-Launches aus dem Bereich Tech und KI besprochen. CostLogic ist ein browserbasiertes, KI-gestütztes Arbeitsfeld für Bauprojekte: mit dem Agenten Onyx lassen sich Mengen direkt aus Bauplänen aufnehmen, Kosten schätzen und Rechnungen erstellen – ein durchgängiger Weg vom Plan zum Geld für kleinere Firmen. Chert bringt KI-Videoagenten auf FaceTime: Der Agent sieht live, was der Anrufer seiner Kamera zeigt, und antwortet in Echtzeit – gedacht für Remote-Suppo
Zeitleiste
- 00:00:00 Einleitung
- 00:00:33 CostLogic: Vom Bauplan zur Rechnung mit dem Onyx-Agenten
- 00:04:16 Chert: KI-Videoagenten, die FaceTime-Anrufe beantworten
- 00:08:08 HarnessRouter Community Edition: Eine API für Codex, Claude Code und Hermes
- 00:12:18 Expeditione: Eine interaktive 3D-Enzyklopädie zum Erkunden
- 00:16:26 Vidaya: Ein Healthspan-Score statt eines weiteren Dashboards
- 00:20:50 AirAlarm: Sanfteres Aufwachen mit iPhone, AirPods und Schlafzyklen
Weitere Links
- CostLogic - Bri Product Hunt
- Chert - Bri Product Hunt
- HarnessRouter Community Edition - Bri Product Hunt
- Expeditione - Bri Product Hunt
- Vidaya - Bri Product Hunt
- AirAlarm - Bri Product Hunt
Diese Folge wurde von Bri produziert. Bri nutzt fortschrittliche KI-Technologie, um die Feeds, die dir wichtig sind, in Podcasts zum Zuhören zu verwandeln. Kontakt: hi@bri.so.
Transcript
Lena Vogel: Willkommen zu Product Hunt täglich auf Bri Radio. Ich bin Lena Vogel.
Felix Hartmann: Und ich bin Felix Hartmann. Heute schauen wir uns unter anderem einen KI-gestützten Arbeitsbereich für Baukostenschätzungen an, eine FaceTime-Ähnliche KI aus dem Y-Combinator-Programm und einen Wecker, der mit AirPods die Schlafzyklen respektiert.
Lena Vogel: Dazu eine interaktive 3D-Enzyklopädie im Browser, eine KI-Langlebigkeits-App und einen offenen, einheitlichen Zugang für Agent-Harnesses. Genug angekündigt – lassen wir uns überraschen.
Lena Vogel: Ein browserbasiertes Tool namens CostLogic verspricht, Bauprojekte von Anfang bis Ende am Stück zu bearbeiten: direkt aus dem Bauplan Mengen aufnehmen, Kosten schätzen und am Ende die Rechnung schreiben – alles in einem einzigen Arbeitsbereich statt in fünf verschiedenen Werkzeugen zusammengestückelt. Das Produkt wird als KI-gestützter Arbeitsbereich für Baumaßnahmen-Takeoffs, Kostenschätzungen und Rechnungsstellung beschrieben, mit einem eingebauten Agenten namens Onyx. Laut Herstellerbeschreibung kann Onyx im Auftrag des Nutzers handeln: Pläne hochladen, Räume erkennen, den Maßstab kalibrieren, Mengen messen, Takeoffs in Kostenschätzungen umwandeln und Rechnungen erstellen. Konkret genannte Funktionen: PDF-Takeoffs mit automatischer Seitenerkennung und automatischer Maßstabsablesung aus dem Titelblock, Präzisionswerkzeuge für linear, Fläche, Anzahl, Winkel, Polylinie und Markup, und Auto Room erkennt Räume und Flächen direkt aus der Zeichnung. Onyx beantwortet laut Website außerdem Fragen zu Aufträgen, entwirft Kostenschätzungen, bearbeitet Takeoff-Layer und prüft die Marge eines Angebots. Gemessene Mengen fließen direkt in Positionspositionen der Schätzung mit Markup, Verschnitt, Steuer und Anzahlungen; aus einer akzeptierten Schätzung lässt sich per Klick eine Rechnung erzeugen, als gebrandetes PDF per E-Mail versenden und Zahlungen erfassen. Für die Buchhaltung gibt es einen CSV-Export, der laut Website von QuickBooks importiert werden kann. Es gibt eine kostenlose Testversion ohne Kreditkarte, veröffentlichte Preise ohne nötigen Verkaufsanruf, und das Ganze ist Cloud-basiert ohne Installation. Wichtig dazu: Das Versprechen des Herstellers lautet, aus Tagen Stunden oder Minuten zu machen – aber das sind Selbstauskünfte, keine unabhängig geprüften Ergebnisse.
Felix Hartmann: Und in der Mitte sitzt ein eingebauter Agent namens Onyx. Nach der Beschreibung kann der im Auftrag des Nutzers aktiv werden: Pläne hochladen, Räume erkennen, den Maßstab kalibrieren, Mengen messen und aus den Takeoffs direkt eine Kostenschätzung bauen. Man lädt also einen PDF-Bauplan hoch, und das Tool soll automatisch die Seiten erkennen und den Maßstab aus dem Titelblock ablesen.
Lena Vogel: Genau, und wenn die Automatik nicht reicht, gibt es Präzisionswerkzeuge für Linien, Flächen, Stückzahlen, Winkel und Markierungen. Dazu eine Funktion namens Auto Room, die Räume und Flächen direkt aus der Zeichnung erkennt. Und Onyx beantwortet nicht nur Fragen zum Auftrag und entwirft die Kostenschätzung, sondern kann auch die Takeoff-Layer überarbeiten und – so steht es auf der Website – die Marge eines Angebots prüfen.
Felix Hartmann: Was passiert dann mit den gemessenen Mengen? Die fließen direkt in die einzelnen Positionen der Schätzung ein, samt Aufschlägen für Verschnitt, Steuern und Anzahlungen. Wenn die Schätzung akzeptiert ist, lässt sich per Klick eine Rechnung erzeugen, als gebrandetes PDF verschicken und die Zahlung direkt erfassen. Für die Buchhaltung gibt es einen CSV-Export, der laut Anbieter von QuickBooks übernommen werden kann.
Lena Vogel: Interessant ist auch die Zugänglichkeit. Kostenlose Testversion ohne Kreditkarte, veröffentlichte Preise ohne dass man erst einen Verkaufsanruf führen muss, und rein browserbasiert – keine Installation. Das klingt so, als ziele das Tool bewusst auf kleinere Firmen, die keinen großen Schätzungs-Workflow aufbauen wollen, sondern einfach von Plan zur Rechnung kommen möchten.
Felix Hartmann: Und genau dort liegt der Kern: Egal ob man wirklich den ganzen Workflow damit fährt oder nur einen Teil – das Angebot reduziert die Hürde, Bauvorhaben zu kalkulieren. Ob die Versprechen im Alltag halten, muss man in der Praxis sehen, aber die Richtung ist klar: weniger Werkzeugsalat, ein durchgängiger Weg vom Bauplan bis zum Geld.
Lena Vogel: Ein Startup aus dem Y-Combinator-Programm setzt auf einen Kanal, den jeder kennt, aber kaum jemand für KI-Agenten nutzt: FaceTime. Chert bezeichnet sein Produkt selbst als „Vapi for FaceTime“ – mit wenigen Zeilen Code lassen sich interaktive KI-Videoagenten bauen, die FaceTime-Anrufe annehmen und tätigen können. Der Agent sieht, was der Anrufer seiner Kamera zeigt, und antwortet in Echtzeit. Mitgründer Gary zufolge ist „jeder heutige Sprachagent blind“ – sobald ein Problem visuell sei, etwa „welches Kabel gehört wohin?“ oder „was zeigt mein Bildschirm?“, müsse ein Mensch einspringen. FaceTime sei der vertrauteste und bereits installierte Videokanal. Als Einsatzfelder nennt Chert Remote-Support, Field Service, Telehealth-Intake, geführtes Onboarding, visuelle Inspektionen und Customer Success. Ein Live-Test ist laut Angaben möglich: FaceTime unter +1 310 279 2297 oder über trychert.com/facetime. Allerdings ist die FaceTime-API laut Website noch nicht allgemein verfügbar – Chert bringt das Produkt in einem kontrollierten privaten Vorschauprogramm an den Start, während Produktionsmedien und Leitungsbereitschaft validiert werden. Ein Browser-Preview dient zum Testen von Prompt, Stimme, Mikrofon, Unterbrechungsverhalten, Avatar und Cleanup vor der Veröffentlichung. Konfigurierbar sind unter anderem Anweisungen, Echtzeitmodell, Stimme, Avatar, Framing, Veröffentlichungsstatus und die zugewiesene verwaltete FaceTime-Leitung. Der „Control Plane“ unterstützt laut Website begrenzte Inbound- und Outbound-Test-Workflows; Live-Ausführung wird bereitgestellt und ausdrücklich autorisiert, der Annahmemodus ist standardmäßig nicht aktiviert.
Felix Hartmann: Was der Agent dabei sehen kann, ist der eigentliche Punkt. Mitgründer Gary sagt im Kern: Jeder heutige Sprachagent ist blind. Sobald ein Problem visuell wird – welches Kabel gehört wohin, oder was zeigt mein Bildschirm – muss ein Mensch einspringen. FaceTime sei eben der vertrauteste und vor allem bereits installierte Videokanal auf dem iPhone.
Lena Vogel: Und der Agent sieht live, was der Anrufer seiner Kamera zeigt, und antwortet in Echtzeit. Die Einsatzfelder, die Chert nennt, sind Remote-Support, Außendiensteinsätze, die erste Erfassung beim Telehealth-Kontakt, geführtes Onboarding für neue Nutzer, visuelle Inspektionen und Customer Success. Man kann sich das live anschauen – eine Testnummer ist angegeben, und es gibt einen Browser-Link zum Ausprobieren.
Felix Hartmann: Aber so weit ist es noch nicht, dass jeder einfach loslegen kann. Laut Website ist die FaceTime-API noch nicht allgemein verfügbar. Chert startet das Produkt in einem kontrollierten privaten Vorschauprogramm, während noch die Produktionsmedien und die Leitungserreichbarkeit validiert werden. Für den Test gibt es einen Browser-Vorabmodus, mit dem man Prompt, Stimme, Mikrofon, Unterbrechungsverhalten, Avatar und den Abschluss vor der Veröffentlichung durchgehen kann.
Lena Vogel: Was lässt sich alles konfigurieren? Anweisungen an den Agenten, das Echtzeitmodell, Stimme, Avatar, das Framing, der Veröffentlichungsstatus und die zugewiesene verwaltete FaceTime-Leitung. Die Control Plane unterstützt bislang begrenzte Test-Workflows für eingehende und ausgehende Anrufe, und wichtig: Der Annahmemodus ist standardmäßig nicht aktiviert – Live-Ausführung muss ausdrücklich autorisiert werden.
Felix Hartmann: Das ist ein bewusst vorsichtiger Start. Kurz zusammengefasst: Chert will den Moment lösen, in dem ein reiner Sprachbot überfordert ist und dir am Telefon jemand visuell helfen muss. Wenn man die Brille des Produkts aufsetzt, geht es nicht nur um Videoanrufe, sondern darum, dass ein KI-Agent endlich mitsehen kann – und damit eine ganze Klasse von Support-Problemen selbst in die Hand nimmt.
Lena Vogel: Ein neues Open-Source-Projekt namens HarnessRouter Community Edition will mehrere der aktuell heißesten Agenten-Tools hinter einer gemeinsamen API vereinen – der Hersteller beschreibt es selbst als „OpenRouter, aber für Agent-Harnesses statt Modelle“. Vorgestellt im Rahmen eines Product-Hunt-Launchs, bringt die Software Codex von OpenAI, Claude Code von Anthropic und Hermes von Nous Research unter eine einheitliche Schnittstelle und ist unter Apache 2.0 lizenziert. Gateway, Runner und Console laufen dabei in einem einzigen Docker-Container; für den Start genügen laut Schnellstart ein `.env.example`, `docker compose up -d` sowie die lokale API auf Port 3000. Provider-Schlüssel, Zustand, SQLite-Daten und Workspace-Dateien bleiben auf der eigenen Infrastruktur. Das Produkt übernimmt den kompletten Lebenszyklus hinter den Harnesses: Sitzungen anlegen, fortsetzen und einsehen, Streaming von Tokens und Events, Datei-Uploads, persistente Workspace-Dateien, Artefakte als fertige Ergebnisse, Abbruch laufender Arbeit und strukturierte Fehlerbehandlung. Laut Hersteller verkürzte sich die Auslieferungszeit eigener Agent-Funktionen von Wochen auf Stunden, nachdem das Team von selbstgebauten auf einsatzfertige Harnesses umgestellt hatte; die Agent-Qualität sei dabei deutlich besser geworden – wobei diese Angabe eine Herstelleraussage und kein unabhängig verifiziertes Ergebnis ist. Zusätzlich wird das Unified Harness Protocol veröffentlicht, ein öffentlicher, versionierter HTTP-Standard dafür, wie eine Anwendung mit einem Agent-Harness spricht.
Felix Hartmann: Das heißt, statt nur irgendein Modell anzusteuern, will HarnessRouter die kompletten Arbeitsumgebungen dahinter vereinheitlichen, oder? Also Tools wie Codex von OpenAI, Claude Code von Anthropic und Hermes von Nous Research?
Lena Vogel: Genau, und genau das ist der Kern. Die Software stellt diese Harnesses hinter eine gemeinsame API – eine einzige Schnittstelle, über die eine Anwendung die verschiedenen Agent-Umgebungen ansprechen kann, ohne sich mit jedem einzelnen Tool einzeln auseinanderzusetzen.
Felix Hartmann: Und wie aufwändig ist das Ganze zum Laufen zu bringen? So etwas klingt ja oft nach einer größeren Umstellung.
Lena Vogel: Laut Schnellstart ziemlich gefällig. Es gibt eine Beispiel-Konfigurationsdatei, dann genügt ein Standard-Befehl, um den Container zu starten, und die lokale API läuft auf Port 3000. Gateway, Runner und Verwaltungsoberfläche stecken allesamt in einem einzigen Docker-Container.
Felix Hartmann: Und dabei bleiben die eigenen Daten beim Betreiber? Das wäre für viele Teams ja entscheidend.
Lena Vogel: Ja, genau an dem Punkt setzen sie an. Provider-Schlüssel, Zustand, SQLite-Daten und Workspace-Dateien bleiben auf der eigenen Infrastruktur. Das Produkt übernimmt den kompletten Lebenszyklus hinter den Harnesses: Sitzungen anlegen, fortsetzen und einsehen, Streaming von Tokens und Events, Datei-Uploads, persistente Workspace-Dateien, Artefakte als fertige Ergebnisse, Abbruch laufender Arbeit und strukturierte Fehlerbehandlung.
Felix Hartmann: Das klingt danach, dass man seinen eigenen stack ergänzt, statt ihn zu ersetzen – vor allem, wenn die Lizenz Apache 2.0 ist, also richtig offen.
Lena Vogel: Genau, Apache 2.0. Und der Hersteller berichtet, dass sein eigenes Team die Auslieferungszeit von Agent-Funktionen von Wochen auf Stunden verkürzen konnte, nachdem es von selbstgebauten auf einsatzfertige Harnesses umgestellt hat. Wobei das ihre eigene Aussage ist, kein unabhängig verifiziertes Ergebnis.
Felix Hartmann: Verstanden, eine Herstellerangabe, kein Benchmark. Und zusätzlich veröffentlichen sie mit dem Unified Harness Protocol einen öffentlichen, versionierten HTTP-Standard dafür, wie eine Anwendung mit einem Agent-Harness spricht – also Harness-Auswahl, Konfiguration, Aufgabenausführung, Streaming-Events, Sitzungen und Dateimanagement.
Lena Vogel: Und genau das ist der eigentliche Take-away: HarnessRouter liefert nicht nur ein fertiges Werkzeug, sondern gleichzeitig einen Standard, der die Schnittstelle zu Agent-Harnesses unabhängig vom einzelnen Produkt vereinheitlichen will. Wer mit Agenten baut, muss nicht mehr jeden Harness einzeln integrieren – zumindest verspricht das dieser Ansatz.
Lena Vogel: Eine neue Browser-Anwendung namens Expeditione bezeichnet sich selbst als interaktive 3D-Enzyklopädie und wurde von der Einzelperson Aureon entwickelt und auf Product Hunt vorgestellt. Statt ein Thema nur zu lesen, betritt man handgefertigte, erkundbare 3D-Welten und entdeckt Inhalte durch Interaktion. Die Anwendung läuft direkt im Browser, ohne Login, Werbung, Tracking oder Pop-ups; laut Website sind auch keine Cookies im Einsatz, JavaScript muss dafür aktiviert sein. Der Name steht laut Website für „to embark on a journey“. Nach Angaben des Entwicklers sind die Landingpage und die ersten vier Szenen der Expedition „Ancient Egypt“ auf etwa 1 MB optimiert – inklusive aller 3D-Modelle, Audiotracks, Texturen, Shader und Code. Die ersten drei Expeditionen – die Bodenschichten-Expedition „Layers of Soil“, „Ancient Egypt“ und die angekündigte „Cell Biology“ mit dem Termin TBA – sollen dauerhaft kostenlos bleiben, ergänzt um kostenlose Bildungsmaterialien für den Klassenraum. „Ancient Egypt“ ist die erste große Expedition: Dafür seien nach Selbstauskunft mehr als 1.000 Stunden in Recherche, Rekonstruktion, 3D-Modellierung, Animation, Interaktionsdesign, Text und Optimierung geflossen. Enthalten sind fünf handgefertigte Szenen: Familienleben, Steinbruch, Tempelleben, Nildelta und Pyramiden. Die Sammlung wird als „Vol. 1“ geführt, zuletzt aktualisiert am 15. August 2026. Laut Website-Meilensteinen wurde Expeditione am 24. Januar 2026 von WebGPU für handgefertigte interaktive WebGL-3D-Bildungsdioramen anerkannt und am 20. März 2026 in die GSAP-Showcase-Auswahl aufgenommen.
Felix Hartmann: Eine 3D-Enzyklopädie – das klingt so, als würde man ein Thema nicht einfach lesen, sondern tatsächlich betreten. Handgefertigte, erkundbare 3D-Welten, in denen man Inhalte durch Interaktion entdeckt?
Lena Vogel: Genau das ist die Idee. Die Anwendung läuft direkt im Browser, ohne Login, ohne Werbung, ohne Tracking und ohne Pop-ups – sogar ganz ohne Cookies, nur JavaScript muss aktiviert sein. Und der Name soll laut Website für „eine Reise antreten“ stehen.
Felix Hartmann: Und wie sieht das in der Praxis aus? Es gibt ja offenbar mehrere Expeditionen, wenn auch noch nicht alle fertig sind.
Lena Vogel: Genau. Die ersten drei sind „Layers of Soil“, eine Expedition durch die Bodenschichten, dann „Ancient Egypt“ und die angekündigte „Cell Biology“, deren Termin noch offen ist. Diese drei sollen dauerhaft kostenlos bleiben, ergänzt um kostenlose Bildungsmaterialien für den Klassenraum.
Felix Hartmann: „Ancient Egypt“ ist da offenbar die große Eröffnung – die erste Expedition in großem Maßstab.
Lena Vogel: Ja, und dahinter steckt nach Selbstauskunft des Entwicklers ein gewaltiger Aufwand: mehr als tausend Stunden für Recherche, Rekonstruktion, 3D-Modellierung, Animation, Interaktionsdesign, Text und Optimierung. Enthalten sind fünf handgefertigte Szenen – Familienleben, Steinbruch, Tempelleben, Nildelta und Pyramiden.
Felix Hartmann: Beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass die ersten vier Szenen samt aller 3D-Modelle, Audiotracks, Texturen, Shader und Code auf ungefähr ein Megabyte optimiert sind. Das ist für so etwas bemerkenswert leichtgewichtig.
Lena Vogel: Absolut. Und der Qualitätsanspruch ist nicht unbemerkt geblieben: Laut den Meilensteinen der Website wurde Expeditione im Januar von der WebGPU-Community für handgefertigte interaktive WebGL-3D-Bildungsdioramen anerkannt und im März in die GSAP-Showcase-Auswahl aufgenommen.
Felix Hartmann: Das Wichtigste für interessierte Hörer ist dann wohl: Man braucht keinen Account und kein Geld, sondern nur einen Browser mit aktiviertem JavaScript, kann direkt loslegen und die ersten Expeditionen bleiben kostenlos, inklusive Material für den Unterricht.
Lena Vogel: Genau, das ist der springende Punkt. Expeditione ist der Versuch, Bildung nicht über Texte, sondern über begehbare, handgemachte Welt zu vermitteln – und der Entwickler will zumindest die ersten großen Expeditionen dauerhaft frei zugänglich halten. Ein schönes Gegenmodell zum klassischen Schulbuch.
Lena Vogel: Eine neue KI-App auf Product Hunt namens Vidaya verspricht, aus einer Flut von Gesundheitsdaten genau einen Wert abzuleiten – einen sogenannten Healthspan-Score, also eine Kennzahl dafür, wie gesund man altert. Dafür bündelt die App Daten von Wearables, aus Labor- und DNA-Tests, von Ernährung und Supplementen, aus Umweltquellen und sogar aus der eigenen elektronischen Krankenakte, um daraus einen personalisierten Langlebigkeitsplan zu erstellen. Das Produkt hieß zuvor Vitality AI Health und ist laut Gründer und CEO Kevin Amrelle dasselbe Produkt mit demselben Team und neuem Namen. Anlass für die Entwicklung war sein eigenes Erlebnis, dass keine Gesundheits-App den Trend erkannte, als sein Puls bei einem Winter-Radrennen bei 120 BPM gedeckelt blieb und die Blutdruckmanschette Bluthochdruck im Stadium 2 bestätigte. Amrelle beschreibt das Grundproblem so: Die Daten liegen verstreut über Dienste wie MyFitnessPal, SuppCo, Quest, Ancestry, Epic, Apple Health und EPA-Dashboard-Daten zur Luftqualität. Als Unterschied zu üblichen Consumer-Apps nennt er, dass Vidaya nicht nur ein oder zwei Kategorien aggregiert, sondern auch medizinische Datenquellen einbezieht – darunter Epic FHIR, Labcorp, Quest, 23andMe und AncestryDNA. Die Plattform ist nach eigenen Angaben seit Tag eins HIPAA-konform, und die Korrelations-Engine für Querverbindungen über mehrere Datenquellen ist Gegenstand einer Patentanmeldung. Der KI-Assistent Vaya Chat beantwortet natürliche Sprachfragen über alle Daten, laut Unternehmen etwa in zehn Sekunden, wie sich der Schlaf nach Beginn von Lexapro verändert hat. Das System normalisiert über 60 Datenquellen zu einem longitudinalen Datensatz – Wearables über eine Wearable-Normalisierungs-API und Epic über SMART on FHIR.
Felix Hartmann: Das klingt, als wollte sie gleichzeitig alles abdecken. Was steckt hinter dem Ansatz?
Lena Vogel: Der Ausgangspunkt ist eine persönliche Geschichte. Der Gründer und CEO Kevin Amrelle erzählt von einem Winterradrennen, bei dem sein Puls trotz Anstrengung bei 120 Schlägen pro Minute gedeckelt blieb – und eine Blutdruckmessung dann Bluthochdruck im zweiten Stadium bestätigte. Keine seiner Gesundheits-Apps hätte diesen Trend erkannt. Sein Fazit: Die Daten liegen überall verstreut, über Ernährung, Sport, DNA-Tests, genetische Analysen, die Krankenakte, Apple Health und sogar Luftqualitätsdaten der Umweltbehörde.
Felix Hartmann: Also weniger das Problem, dass es keine Daten gibt, sondern dass sie nicht zusammengeführt werden?
Lena Vogel: Genau das. Und das ist laut Amrelle auch der Unterschied zu den üblichen Konsumenten-Apps. Die meisten aggregieren nur ein oder zwei Kategorien. Vidaya bezieht zusätzlich auch medizinische Datenquellen mit ein – also Krankenakten über die Schnittstelle Epic FHIR zum Beispiel, Labordaten von Labcorp und Quest sowie Gentests von 23andMe und AncestryDNA. Wer auf einer Plattform alles zusammenführen will, muss dabei auch an die Datenschutzfragen denken. Das Unternehmen sagt von sich, die Plattform sei seit dem ersten Tag HIPAA-konform – also konform mit dem US-Standard für geschützte Gesundheitsdaten.
Felix Hartmann: Und wie kommt man an diese zusammengeführten Daten wieder heran, wenn sie so verstreut lagen?
Lena Vogel: Über einen KI-Assistenten namens Vaya Chat. Man stellt ihm eine Frage in natürlicher Sprache über alle gesammelten Daten – zum Beispiel, ob sich der Schlaf geändert hat, seit man ein bestimmtes Medikament begonnen hat. Laut Unternehmen soll die Antwort innerhalb von ungefähr zehn Sekunden kommen. Das System normalisiert dafür mehr als sechzig Datenquellen zu einem durchgehenden Datensatz, Wearables über eine eigene Normalisierungs-API. Und die Technik, die die Querverbindungen über diese vielen Datenquellen herstellt, ist Gegenstand einer Patentanmeldung.
Felix Hartmann: Interessant ist auch: Diese App ist offenbar nicht neu entstanden. Der Name Vidaya kam erst kürzlich dazu.
Lena Vogel: Richtig. Das Produkt hieß vorher Vitality AI Health. Laut Gründer und CEO ist es dasselbe Produkt mit demselben Team, nur eben unter neuem Namen. Und die Leitung der Daten- und KI-Abteilung liegt bei einem Co-Founder, der auch für die Wissenschaft hinter dem Assistenten Vaya verantwortlich ist – der nutzt nämlich einen Ansatz, der sich "Smart Routing" nennt, um zu entscheiden, wo er Antworten sucht.
Felix Hartmann: Eine neue iPhone-App auf Product Hunt namens AirAlarm soll zusammen mit AirPods funktionieren und stößt wach mitten am Ende eines Schlafzyklus statt zu einer festen Uhrzeit. Statt einer einzelnen Alarmzeit wählt man ein Weckfenster; die App plant darin das Ende eines 90-Minuten-Schlafzyklus. Man schläft mit AirPods ein – entweder mit eingebauten Klängen wie Regen, Ozean, Wald, Ventilator oder weißem Rauschen oder mit Audio aus einer anderen App. Der Hersteller beschreibt den Ausgangspunkt so: Er wollte einen sanfteren Alarm ohne zusätzliches Wearable, Konto oder Cloud-Schlafprofil. Die App ist in nativem SwiftUI geschrieben und nutzt Apples AlarmKit für die System-Alarmplanung. Laut Anbieter bleiben Schlafdaten lokal auf dem iPhone; es gibt keine Werbung, keine Analyse-SDKs, kein Pflichtkonto und keine Apple-Watch-Anforderung. Ausdrücklich nicht positioniert ist AirAlarm als medizinisches Gerät oder diagnostischer Schlaftracker; das Produktverständnis sei „Erfahrung zuerst“ statt Schlafwissenschaft, auch wenn Schlafzyklus-Timing unter der Haube eingesetzt werden kann. Unterstützt werden Englisch, vereinfachtes Chinesisch und Japanisch. Die FAQ nennt AirPods Pro, AirPods 3 und neuere AirPods als vorgesehene Modelle, sofern man sie beim Einschlafen bequem tragen kann. Der Entwickler bittet während des Launch-Tags um Feedback zu zwei Punkten: ob ein Weckfenster natürlicher wirkt als eine exakte Weckzeit und was nötig wäre, damit Menschen AirPods als Teil ihrer Schlafenszeit-Routine akzeptieren. In der Community-Diskussion wird mehrfach nach einer Android-Version gefragt; eine Zusage dazu liegt nicht vor.
Lena Vogel: Wie funktioniert das konkret – wenn ich den Wecker umstellen kann, wie weiß die App dann, wann ich aufwache?
Felix Hartmann: Statt einer einzelnen Alarmzeit legt man ein Weckfenster fest. Die App plant innerhalb dieses Fensters das Ende eines etwa neunzigminütigen Schlafzyklus. Die Idee dahinter: Man wacht idealerweise in einer leichteren Schlafphase auf, was sich sanfter anfühlt. Man schläft dann halt mit den AirPods ein – entweder mit eingebauten Klängen wie Regen, Ozean, Wald, Ventilator oder weißem Rauschen, oder mit Audio, das man aus einer anderen App abspielt.
Lena Vogel: Das heißt, ich brauche eigentlich nur iPhone und AirPods. Kein Fitnessarmband, keine Extra-Hardware?
Felix Hartmann: Genau das ist der ausdrückliche Ausgangspunkt des Entwicklers: Er wollte einen sanfteren Alarm, ohne zusätzliches Wearable, ohne Konto und ohne Cloud-Schlafprofil. Die App ist in Apples SwitfUI, also nativer iPhone-Technologie geschrieben, und nutzt Apples eigene Alarmplanung. Die Schlafdaten bleiben laut Anbieter lokal auf dem iPhone – es gibt keine Werbung, keine Analyse-SDKs, kein Pflichtkonto und keine Anforderung an eine Apple Watch.
Lena Vogel: Aber wie ehrlich ist das Ganze wissenschaftlich? Wenn die App nur den Schlafzyklus rechnet, ist sie dann auch ein Schlaftracker?
Felix Hartmann: Nein, und das stellt der Hersteller ausdrücklich klar. AirAlarm ist kein medizinisches Gerät und kein diagnostischer Schlaftracker. Die Positionierung sei „Erfahrung zuerst" statt Schlafwissenschaft. Schlafzyklus-Timing kann unter der Haube eingesetzt werden, aber die App ersetzt keine Schlafdiagnostik. Unterstützt werden übrigens Englisch, vereinfachtes Chinesisch und Japanisch.
Lena Vogel: Und welche AirPods sind überhaupt vorgesehen?
Felix Hartmann: Nach der FAQ sind AirPods Pro, AirPods 3 und neuere Modelle vorgesehen – vorausgesetzt, man sitzen sie beim Einschlafen bequem tragen können. Der Entwickler bittet während des Launch-Tags außerdem gezielt um Feedback zu zwei Fragen: ob ein Weckfenster für die meisten Menschen natürlicher funktioniert als eine exakte Weckzeit – und was nötig wäre, damit AirPods Teil der Schlafenszeit-Routine werden. In der Community-Diskussion wird übrigens mehrfach nach einer Android-Version gefragt, aber eine Zusage dazu gibt es nicht.
Lena Vogel: Das ist ein ehrliches Experimentieren. Und dass die App ausdrücklich kein medizinisches Versprechen macht, dürfte auch die Erwartungshaltung realistisch halten.
Lena Vogel: Und damit sind wir am Ende. Vielen Dank, dass du uns durch diese Folge begleitet hast.
Felix Hartmann: Genau, das war's für heute. Wir freuen uns, wenn du wieder einschaltest – bis zum nächsten Mal.